Von Siegfried Kouba

Furtwangen. In der "Arche" wurde ein brandneues Buch des Geschichts- und Heimatvereins vorgestellt: "Im Lade’ ufgwase’". Es stellt eine zeitgeschichtliche Dokumentation dar und hält die Ausstellung "Furtwanger Ladengeschichte(n)" fest.

Verantwortlich zeichnet die Schriftstellerin, Übersetzerin und Volkskundlerin Julia ­Heinecke, die sich bereits durch die Veröffentlichung des Hütekinder-Projekts einen Namen in Furtwangen machte. Für das Layout sorgte die Grafikerin und Gestalterin Karin Gutmann.

Doch ohne die zahlreichen Helfer, Ideengeber, Lektoren und Zeitzeugen wäre das Werk nicht denkbar.

Wichtige "Interviewpartner" wie Klara Bär, Margarete Loos oder Hubert Weißer kommen zu Wort. Alles ist ansprechend im ersten Teil des 144 Seiten umfassenden Buches festgehalten.

Elke Schön, Leiterin der "Arche", hat die diesjährige Ausstellung "Furtwanger Ladengeschichte(n)" der 1930er bis 1960er-Jahre im zweiten Teil dokumentiert. Ihr Ehemann Reiner Schön hat neben Hanjo Herzog für die Bildbearbeitung gesorgt.

Zusätzliche Artikel lieferten Klauspeter Staeb und Gerd Bender. Mit einer übersichtlichen tabellarischen Aufstellung belegt Otto Moser, dass Furtwangen einst über 180 Einzelhändler und Handwerker beherbergte. Bis auf ein gerade noch erträgliches Minimum ist die Zahl zusammen geschmolzen.

Bei der Buchvorstellung führte Vorsitzender Günter Besenfelder die aktuellen Verhältnisse auf den Verdrängungsprozess zurück, der eine Existenz "der Kleinen" kaum zulässt. Der Buch-Titel sei bewusst in alemannischer Sprache gewählt worden und man habe gespürt, wie wichtig der Rückblick ist.

Dankbar war Besenfelder den vielen Akteuren, die zum Gelingen beitrugen. Hektik herrschte in letzter Zeit, denn der Einblick in 80 Jahre Einzelhandel sollte noch vor Weihnachten erscheinen. Noch rechtzeitig transportierte Gerhard Buchmann die druckfrischen Exemplare an, die künftig in der "Arche", bei der Papeterie Besenfelder oder über Josef Ganter (Telefon 07723/7916) zum Preis von 14,80 Euro zu erstehen sind.

Aufmachung und Bebilderung sind ansprechend und das Dokument trüber und heiterer Zeiten sollte in jedem Furtwanger Haushalt heimisch werden.

Julia Heinecke dankte den Verantwortlichen des Vereins und zitierte Anekdotisches um die "Goldi-Alice": "Mit fremde Leut´ kann ich des nit umtreibe". Der Zeitwandel lässt sich am Geschäfts an der Ecke Bahnhof-/Baumannstraße ablesen, das vom Tante-Emma-Laden zum Schreibwarengeschäft mutierte.

Im Gespräch ließen Helga Kaiser und Heinrich Braun die Zeit der Lebensmittelmarken aufleben mit all ihren Schwierigkeiten, aber auch lustigen Seiten.