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Furtwangen Auch Mathelehrer liegen mal daneben

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Die Siedle-Ausbilder Michael Schonhardt (vorne links) und Simone Jeschke (dahinter) geben wertvolle Tipps für die praktische Umsetzung. Fotos: Siedle Foto: Schwarzwälder-Bote

Furtwangen. Ein ungewohntes Bild bot sich in der Ausbildungswerkstatt von Siedle: An der Werkbank arbeiteten keine jungen Auszubildenden, sondern gestandene Mathematiklehrer.

Ziel war es, mathematische Berechnungen handwerklich umzusetzen. Unter dem Motto "Mathematik praxisnah" arbeitet die Pädagogische Hochschule Freiburg mit Siedle zusammen. Das EU-geförderte Projekt nennt sich ­"mascil". Die Abkürzung steht übersetzt für Mathematik und Wissenschaft für das Leben.

In der Fortbildungsreihe werden Lehrer der Sekundarstufe I mit mathematischen Fragestellungen in der Elektronik und Mechanik vertraut gemacht, die praktisch zu lösen sind. Diese Ideen bringen die Lehrer dann in ihren Unterricht ein. "Unser Ziel ist, dass die Schüler Mathematik zum Anfassen erleben", erläutert Projektleiterin Katja Maaß. "Gleichzeitig erkennen die Schüler, wie wichtig mathematisches Wissen später im Beruf ist.

Dank der offenen Fragestellungen können sie tüfteln und eigene Lösungswege suchen. Das nennen wir forschendes Lernen. Es ist spannend und macht Spaß."

Doch erst einmal hieß es bei Siedle für die Mathe­lehrer: selbst tüfteln. Am ersten Projekttag galt es, eine Rohrschelle aus Metall zu konstruieren. Diese Wandhalterung für Rohrleitungen sieht simpel aus – doch wie berechnet man den exakten Materialbedarf, um ein Rohr mit bestimmtem Durchmesser sicher zu befestigen? Darüber berieten die Lehrer in Kleingruppen. Mit Skizzen und Modellen machten sie die Aufgabe anschaulich.

"Das Metall wird mehrmals gebogen, dabei wird es außen gestreckt und innen gestaucht. Die Schwierigkeit besteht also darin, an der richtigen Stelle Maß zu nehmen", erklärt Siedle-Ausbildungsleiter Michael Schonhardt.

Als die Gruppen ihre Lösungen vorstellten, gab es eine kleine Überraschung: Auch Mathematiklehrer können irren, wenn die Eigenschaften des Materials nicht ausreichend bedacht werden. Die Mechanik-Ausbilderin Simone Jeschke von Siedle erläuterte deshalb noch einmal die technischen Finessen. Und dann wurden die Theorie in die Praxis umgesetzt: In der Ausbildungswerkstatt erhielt jeder Lehrer Material und Werkzeug, um selbst eine Rohrschelle herzustellen. Unter kundiger Anleitung von Siedle-Azubi Manuel Fromm wurde gemessen, gehämmert, geprüft. Schließlich gab es lauter zufriedene Gesichter, auch bei den Projektverantwortlichen.

Zwei weitere Praxistermine sind bereits fest geplant, danach wird eine wissenschaftliche Auswertung erfolgen. "Es ist für alle Beteiligten eine tolle Erfahrung", meint Michael Schonhardt. Und ergänzt schmunzelnd: "Einige Mathelehrer waren an der Werkbank so geschickt – die hätte ich am liebsten gleich hierbehalten."

 
 

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