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Furtwangen - Bestes Wetter, dazu eine rekordverdächtige Teilnehmerzahl: 1660 Radlerinnen und Radler sind am Sonntag beim 15. Schwarzwald-Bike-Marathon an den Start gegangen.
Es war noch tiefe Nacht, als Leben rund um den Startplatz in der Gerwigstraße kam: Bereits um 5 Uhr morgens wurden die ersten Startnummern ausgegeben, die Startaufstellung begann um 6.30 Uhr, bereits um 7 Uhr schickte der Ehrenvorsitzende des Bike-Marathons, Ex-Bürgermeister Richard Krieg, die Teilnehmer der Königsrunde auf die 120 Kilometer lange Strecke.
Was in diesem Fall noch routinemäßig über das Pflaster der Innenstadt ging, sorgte gut zwei Stunden später für einige kritische Szenen. Um 9 Uhr wurden die Fahrerinnen und Fahrer auf den 90-Kilometer-Rundkurs geschickt, gerade mal 15 Minuten später die Starter über die 60 Kilometer lange Mittelstrecke. Weil sich um diese Zeit bereits die ersten Teilnehmer der "Kurzstrecke" über 42 Kilometer im Starterraum sammelten, kam es zu unschönen Rempeleien. Denn die letzten Teilnehmer des längeren Rundkurses wollten da noch auf die Strecke.
Erstmals wurden die kurzen Strecken "geführt" zurückgelegt. Will heißen, ein Motorrad fuhr den Fahrern voraus. "Wer dieses Motorrad in der Stadt überholt, wird disqualifiziert", setzte Streckensprecher Stefan Lubowitzki den Fahrern sogleich Grenzen. Hunderte von Fans der Amateurfahrer säumten den Start und die ersten paar hundert Meter in der Stadt. Das nicht vorhergesagte Kaiserwetter lockte wohl viele Zuschauer auf die Straße. Einen Superlativ gab es bei der 60-Kilometer-Strecke. Hier fuhr der wohl prominenteste Fahrer mit, zugleich war er der älteste Teilnehmer im Feld: Georg Thoma, 1960 Olympiasieger in der nordischen Kombination, geboren 1937, also mittlerweile 74 Jahre alt. In dieser Gruppe startete auch der Furtwanger Bürgermeister Josef Herdner. Als älteste Dame war die 65-jährige Furtwangerin Christa Meier dabei.
Sehr selektiv war die Strecke, so hatten die 120-Kilometer-Starter eine Höhendifferenz von mehr als 3000 Meter zu bewältigen, immerhin noch mehr als 650 waren es bei der "leichtesten" Klasse, dem 30-Kilometer-Ladies-Cup. Einen Punkt mussten alle Starter anfahren, das war die Katharinenhöhe auf der Grenze zwischen Furtwangen und Schönwald. Nicht einfach war der Weg hinauf, da sah man sogar einige Fahrer absteigen und schieben. Trost für die Teilnehmer: Auf dem Scheitel hatten sie einen Verpflegungspunkt erreicht, hoch geschätzt bei der inzwischen herrschenden Hitze.
Hier wurden sie auch getrennt: Die langen Strecken bogen links, die kürzeren rechts ab. Einiges zu tun hatten das DRK und die Bergwacht, die mit ihren Fahrzeugen um die Strecken verteilt waren. Hauptsächlich ging es um kleinere Blessuren durch Stürze.
Richtig international wird der Marathon mittlerweile. Neben zehn Bundesländern waren neun Nationen am Start, das größte Kontingent der ausländischen Starter stellte die Schweiz, als Exoten muss man den Teilnehmer aus Israel und einen US-Amerikaner sehen. Auch Polen, Belgien und Luxemburg waren mit je zwei Sportlern eher in der Minderzahl. Frankreich und die Niederlande ergänzten das Potenzial an ausländischen Sportlern. Große Kontingente an Fahrern stellten die einheimischen Firmen, besonders stark waren RENA und ebmPapst vertreten.
Angesichts des traumhaften Sommerwetters füllte sich spätestens nach der Zielankunft der Fahrerinnen des Ladies-Cups der Gerwig-Platz mit immer mehr Zuschauerinnen und Zuschauern. Schließlich war das Interesse groß, welche Siegerinnen und Sieger Moderator Stefan Lubowitzki zu verkünden hätte. Und da war ja auch noch – beim Bike-Marathon nicht wegzudenken – "Bluesquamperfect". Die Gruppe bot wie immer beste musikalische Unterhaltung.