
Flensburg - Es ist ja nicht so, dass man in der Campushalle in Flensburg nicht verlieren könnte. Und Frisch Auf Göppingen hat sich am Mittwochabend auch alles andere als hängen lassen, sondern bis zum Ende tapfer gekämpft. Das ändert aber nichts daran, dass die Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic mit ihrer desaströsen Auswärtsbilanz von nun 2:20 Punkten langsam beginnen muss, nach unten zu blicken. Das nächste Heimspiel in der EWS-Arena am 25. Februar (15 Uhr/Sport 1 live) gegen die TuS N-Lübbecke wird bei nur noch vier Minuspunkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz jedenfalls zum Schlüsselspiel. Geht auch die Partie gegen die Mannschaft von Trainer Markus Baur verloren, würden ganz schwere Zeiten anbrechen.
Berufsoptimist Petkovic zog aus der Partie in Flensburg die positiven Aspekte heraus: „Wir haben 28 Tore erzielt, im Angriff gut gespielt und waren nah dran an einer Überraschung“, sagte der Coach. Das Problem seiner Mannschaft lag eindeutig in der Deckung. In Nationalspieler Michael Haaß (Sprunggelenkbruch) und Dalibor Anusic (Rückenprobleme) fehlten die beiden zentralen Abwehrspieler. Manuel Späth, der dritte Kandidat für den Innenblock, konnte wegen Magen-Darm-Problemen nur sporadische eingesetzt werden. „Mir fehlten in der Abwehr ein, zwei Alternativen“, stellte Petkovic fest. Egal ob er offensiv 3-2-1- oder defensiv 6-0 decken ließ, die Flensburger fanden immer wieder Lücken in der neu formierten Göppinger Hintermannschaft. Vor allem SG-Kreisläufer Michael Knudsen nutzte die Abstimmungsprobleme und erzielte fünf Treffer. Aus dem Rückraum trafen die Nationalspieler Holger Glandorf und Lars Kaufmann je viermal. Der ehemalige Frisch-Auf-Torjäger, der vergangenen Sommer in den hohen Norden gewechselt war, warf alle seine Treffer in der ersten Viertelstunde. Da stand es bereits 8:4 für die Flensburger.
„Wir kommen wieder zurück in die Erfolgsspur“
Nach der Pause kämpfte sich Frisch Auf auf 20:22 (41.) heran. Zu mehr reichte es vor 5032 Zuschauern nicht. Flensburg zog wieder auf 28:22 (49.) davon. Das war die Entscheidung. Die Rote Karte für Göppingens Neuzugang Bozidar Markicevic drei Minuten vor Schluss nach einem Foulspiel an Flensburgs Rückraumspieler Petar Djordjic fiel nicht mehr ins Gewicht. „Frisch Auf hat ein gutes Spiel gemacht, aber wir waren die bessere Mannschaft“, sagte Kaufmann nach dem 32:28-Erfolg seines Teams, mit dem es den vierten Tabellenplatz festigte.
Velimir Petkovic wollte da nicht groß widersprechen. „Wir sind auf dem richtigen Weg, wir kommen wieder zurück in die Erfolgsspur“, versprach der gebürtige Bosnier. Vor dem richtungsweisenden Bundesligaspiel gegen Lübbecke geht es zunächst auf die internationale Bühne. An diesem Samstag (17.30 Uhr) steht für Frisch Auf das Rückspiel im EHF-Pokal-Achtelfinale beim HC Odorheiu Secuiesc auf dem Programm. Das Hinspiel gegen die Rumänen hatte Titelverteidiger Göppingen daheim klar mit 31:20 gewonnen. Ein dickes Polster, das für den Sprung ins Viertelfinale ausreichen dürfte. Auch wenn auswärts in dieser Saison mit Frisch Auf bisher wenig Staat zu machen war. Frisch Auf Göppingen: Tahirovic ab 54. Minute Rutschmann; Horak, Rnic (je 5 Tore), Lobedank (4), Markez (4/4), Oprea (3), Markicevic, Schubert, Späth (je 2), Schöne (1), Mrvaljevic, Thiede.
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