
|
|
Bild 1 von 3 |
|
Freudenstadt - Der Herbst war von den Temperaturen her angenehm, aber zu trocken. Er wartete mit viel Sonnenschein auf. Doch bereits im Oktober fiel der erste Schnee in Freudenstadt, der aber nicht liegen blieb.Mit einer Abweichung von 0,1 Grad plus war der Oktober mit einer Mitteltemperatur von 7,9 Grad (üblich 7,8) durchschnittlich. 1905 und 1974 präsentierte sich der Oktober mit einer Mitteltemperatur von gerade einmal zwei Grad. Der Oktober 2001 wartete dagegen mit 12,2 Grad auf (4,3 Grad über der Mitteltemperatur).
Mit nur 68,3 Litern Niederschlag erfüllte der Oktober mit 56 Prozent kaum mehr als die Hälfte des statistischen Mittelwerts. Fortgesetzt wurde der Trend eines viel zu trockenen Jahrs. Von Januar bis Ende Oktober registrierte die Wetterwarte des Deutschen Wetterdiensts (DWD) auf dem Kienberg gerade einmal 770 Liter (58 Prozent des normalen Wertes). Ob der negative Niederschlagsrekord aus dem Gesamtjahr 1953 mit 952,5 Liter geknackt wird, ist sich Wetterbeobachter Marc Joussen noch nicht sicher. Denn oft schon öffnete der Himmel über Freudenstadt mit überreichlich Regen und Schnee im Dezember seine Schleusen. So folgte zum Beispiel im Jahr 1954 nach dem sehr trockenen Jahr 1953 mit 1610,4 Litern ein fast normaler Wert (Mittelwert: 1681 Liter). Dass es deutlich nasser geht, belegt zum Beispiel das Jahr 1986 mit 2361,8 Litern Regen und Schnee. 1870 fielen in Freudenstadt im Oktober 487 Liter Niederschlag.
In diesem Oktober aber machte die Sonne mit 167,2 Stunden (123 Prozent) deutlich Überstunden. In der aktuellen Jahressumme liegt der Trend momentan bei 1795,1 Sonnenscheinstunden (115 Prozent). Sieben Tage Nachtfrost (üblich drei) wurden in diesem Monat registriert, wobei die Tiefsttemperatur am 22. Oktober mit minus 2,8 Grad festgehalten wurde.
Mit einem Zentimeter Schnee klopfte der Winter am 19. Oktober kurzfristig an. Das ist in Freudenstadt nicht außergewöhnlich. Anfang Oktober 2003 wurden schon 15 Zentimeter registriert.
Das laufende Jahr ist derzeit insgesamt um 1,7 Grad zu warm. "Das kann sich mit einem frostigen Winterbeginn noch ändern", so Joussen, der sich bei der Winterprognose aber zurückhält. Bis Mitte November zeigen Langfristmodelle, die jedoch nicht ganz so zuverlässig sind, keinen durchgreifenden Wetterwechsel an.