Freudenstadt. "Mobbingfreie Schule – gemeinsam Klasse sein". Dieses landesweite Präventionsprogramm hat auch das Kepler-Gymnasium in Freudenstadt aufgegriffen. Das vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport in Kooperation mit der Techniker-Krankenkasse initiierte Programm hat sich zum Ziel gesetzt, die Schüler für das brisante Thema Mobbing zu sensibilisieren.

Mit diesem Ziel absolvierten die Sechstklässler des Kepler-Gymnasiums das Projekt "Gemeinsam Klasse sein" und setzten damit ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Anfeindung. Damit alle Kinder mit Spaß zur Schule gehen und dort erfolgreich arbeiten können, brauchen sie eine Klassengemeinschaft, auf die sie sich verlassen können. Sie brauchen Regeln, die helfen, niemanden auszugrenzen, zu beleidigen oder zu misshandeln – sei es körperlicher oder seelischer Art. Und sie brauchen Mitschüler, Lehrer, Eltern und andere Ansprechpartner, die ihnen helfen, wenn sie in Schwierigkeiten geraten.

Dieses vertrauensvolle Miteinander in der Klasse zu schaffen, so dass kein Mobbing entstehen kann, war das Ziel dieser Projekttage. Unter Anleitung ihrer Klassenlehrer, die speziell hierfür geschult wurden, lernten die Schüler anhand von Filmen, Rollenspielen und verschiedenen Übungen die Problematik kennen und suchten gemeinsam nach Lösungen für ein respektvolles Miteinander. Neben dem Streitschlichterkonzept ist die Mobbingprävention ein weiterer Baustein in der sozialen Arbeit des Kepler-Gymnasiums.

Bereits der Einstieg in das Thema verdeutlichte mit eindrucksvollem Material, wie schnell aus Hänseleien und als harmlos geltenden Provokationen eine, aufgrund ihrer schwer zu kontrollierenden Eigendynamik, furchtbare und gefährliche Situation werden kann. Das direkte Ansprechen von Fakten und die realistische Darstellung von Mobbingszenen im Film lösten bei den Jugendlichen Betroffenheit aus.

Die folgenden Theorieeinheiten empfanden die Schüler deshalb ganz und gar nicht als langweilig, denn sie lernten, wie man mit schwierigen Situationen, die man vielleicht im Alltag schon selbst erlebt hat, besser umgehen kann. Dabei ging es nicht nur um Gewalt auf dem Schulhof und deren Vermeidung. Das Rollenverhalten in einer Mobbing-Situation wurde thematisiert: Alle sind betroffen, denn es gibt nicht nur Täter und Opfer, sondern auch Dulder, die Mobbing zulassen, indem sie wegschauen und nicht helfend einschreiten, was sie selbst zu Mittätern werden lässt.

Mit Hilfe von Rollenspielen hatten die Schüler Gelegenheit, sich in die jeweiligen Rollen hineinzuversetzen und diese zu erleben. Die Schüler erfuhren in verschiedenen Übungen, wie es ist, sich ausgegrenzt, unsicher und orientierungslos zu fühlen und wie wichtig es für jeden Einzelnen innerhalb einer Gemeinschaft ist, sich auf die anderen verlassen zu können und ihnen zu vertrauen. Am Ende waren sich die Schüler einig: "Mobbing – das wollen wir nicht."