Freudenstadt Realschule fördert Sprachkompetenz

Hartmut Breitenreuter, 30.11.2012 10:04 Uhr

Freudenstadt - Die Freudenstädter Falkenrealschule wird bald zu den 20 Prozent der Realschulen im Land gehören, die einen bilingualen Zug anbieten. Der Ausschuss für Verwaltung, Tourismus und Soziales (VTS) gab dazu einstimmig grünes Licht.Der zweisprachige Unterricht in Deutsch und Englisch soll in den Fächern EWG (Erd-, Wirtschafts- und Gemeinschaftskunde) sowie in Geschichte erteilt werden. Wie Realschulrektorin Stefanie Maier im Ausschuss betonte, ist nicht das Lernen der Sprache das Unterrichtsziel, sondern ihre Anwendung. Die Fehlertoleranz sei dabei viel größer als im Sprachunterricht.

Aus eigener Erfahrung berichtete Stefanie Maier, die an ihrer früheren Schule einen bilingualen Zug aufgebaut hatte, dass die Schüler durch den ständigen Kontakt mit der Fremdsprache eine viel höhere Sprachkompetenz erreichen. Pro Schuljahr werden in den entsprechenden Fächern mindestens 80 Wochenstunden Unterricht in englischer Sprache gehalten. Die Fach- und Schulkonferenz hätten das Projekt, das der Falkenrealschule vom Regierungspräsidium angeboten wurde, einstimmig befürwortet, so Maier weiter. Die Fachschaft entwickle bereits ein Konzept, welche weiteren Fächer bilingual unterrichtet werden können. Im Gespräch seien naturwissenschaftliches Arbeiten, Sport und bildende Kunst.

Durch den bilingualen Unterricht hätten die Realschüler direkt Anschluss an das WGI (Wirtschaftsgymnasium International). "Wir sehen nur Vorteile", hob die Schulleiterin hervor. Für die Falkenrealschule bedeute ein bilingualer Zug eine klare Profilierung.

Oberbürgermeister Julian Osswald unterstützte die Pädagogin, zumal die Einrichtung des Zugs die Stadt finanziell nicht belasten wird. Entscheidend für die Schüler sei, eine Sprache nicht nur zu lernen, sondern auch anzuwenden, bemerkte der OB. Lediglich die Sachkosten seien gering höher.

Nach den Schulbüchern fragte Stadträtin Bärbel Altendorf-Jehle. Bücher im herkömmlichen Sinn seien für die Fächer in Englisch nicht erhältlich. Der bilinguale Unterricht funktioniere mit themenbezogenen "Workbooks". Darüber hinaus bekämen die Schüler die üblichen deutschen Schulbücher für die Themen, die auf Deutsch unterrichtet werden. Ob die Schüler denn auch den fachlichen Anspruch schaffen, wollte Bärbel Altendorf-Jehle zusätzlich wissen. Aus Erfahrung seien die Schüler des bilingualen Zugs den Mitschülern inhaltlich oft sogar überlegen, antwortete Rektorin Stefanie Maier.

 
 
Kommentare (3)
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DEZ
01
Arnold, 21:02 Uhr

Fremdsprachen

Ich glaube es war '55 als franzoesich die erste Fremdsprache in den Gynasien gelehrt wurde -nur fuer ein Jahr .Spaeter oeffnen aber die verschiedenen Fremdsprachenkentisse-Beherrschungen eine Welt Ich kann mit '70 davon erzaehlen-es gibt nur Vorteile,die es im Leben nicht oft gibt.Sprachen kennen, oeffnet die groesste Tuer fuer die Zukunft,und oft fuer den Frieden dieser Welt.

DEZ
01
Günther, 19:22 Uhr

Lehrer?

Aus eigener Erfahrung am Gymnasium und Wirtschaftsgymnasium frage ich mich, wo das ausreichend gut Englisch sprechende Personal herkommen soll. Wenn das sogar an den Gymnasien nicht gegeben war.

NOV
30
NaJa, 11:57 Uhr

'Wir sehen nur Vorteile'

Also ich glaube aus eigener Erfahrung (sooolange ist die Realschule bei mir noch gar nicht her), dass es für die geneigten Realschüler schon schwierig genug ist dem Unterrichtsinhalt in deutscher Sprache zu folgen. Die Englisch-Kompetenzen von Fünft bis Zehntklässlern können noch gar nicht so gut sein, dass sie alles Verstehen könne, auf der anderen Seite können die Lehrer nicht alles auf so einfach Vokabeln herunterbrechen, dass alle alles verstehen. Dann wird es wie immer bei solchen Bilangualen-Projekten, dass auf einmal wieder Fragen auf Deutsch beantwortet werden, Schüler auf Deutsch fragen dürfen und dann irgendwie ein Wischiwaschi-Unterricht daraus entsteht, der weder dem Lerninhalt gerecht wird noch viel für das Englisch der Schüler bringt...