Kreis Freudenstadt - Das Herzstück, der Fermenter der Biomüll-Vergärungsanlage im Freudenstädter Gewerbegebiet Sulzhau, ist im Rohbau fertig. Bereits im Frühsommer soll mit dem Probebetrieb begonnen werden.

Die Biomüll-Vergärungsanlage ist ein Gemeinschaftsprojekt des Abfallwirtschaftsbetriebs des Landkreises und der Stadtwerke Freudenstadt. 18.000 Tonnen Biomüll sollen in der Anlage pro Jahr verarbeitet werden. Aus dem Kreis Freudenstadt fallen etwa 14.000 Tonnen Biomüll an. 3500 bis 4000 Tonnen liefert die Stadt Pforzheim nach Freudenstadt an, damit die Anlage ausgelastet ist.

Udo Großwendt vom Landkreis Freudenstadt, neben Rainer Schuler von den Stadtwerken Freudenstadt Geschäftsführer der Bioenergie Freudenstadt GmbH, ist mit dem Baufortschritt zufrieden. Auf der Baustelle im Gewerbegebiet Sulzhau in Freudenstadts Norden ist der Fermenter, eine rechteckige Betonkonstruktion, bereits deutlich zu erkennen. In ihm werden später etwa 1400 Kubikmeter Biomüll aufbereitet. Im Bau sind auch der Anlieferungsbunker und die Halle für die gesamte Anlage. Udo Großwendt rechnet damit, dass die Biomüllvergärungsanlage im September ihren vollen Betrieb aufnehmen kann. Das bei dem Prozess der Biomüllvergärung anfallende Gas wird von den Stadtwerken Freudenstadt in den Blockheizkraftwerken des Krankenhauses in Strom und Wärme umgewandelt. Die dazu notwendigen Leitungen vom Gewerbegebiet bis zum Krankenhaus sind bereits bis zum Grundstück der Bioenergie Freudenstadt verlegt. Durch die Behandlung des Biomülls in Freudenstadt fallen nicht nur lange Transportwege in andere Anlagen weg, sondern die Entsorgung des Biomülls wird auch günstiger. Während bisher 86 Euro pro Tonne anfallen, sollen es ab September nur noch knapp 80 Euro sein.

Bislang ist der Kreis Freudenstadt noch alleiniger Gesellschafter der Bioenergie Freudenstadt GmbH und hält 100 Prozent des Stammkapitals von 25.000 Euro. Doch im Mai steigen die Stadtwerke Freudenstadt GmbH & Co. KG ein. Dann ist auch eine Kapitalerhöhung auf zwei Millionen Euro geplant, von denen Kreis und Stadtwerke, die die Anlage dann auch gemeinsam betreiben, jeweils eine Million halten sollen. Aus diesem Grund ist Rainer Schuler von den Stadtwerken bereits jetzt zusammen mit Udo Großwendt als Geschäftsführer eingesetzt.

Zurzeit sind die beiden Chefs auf der Suche nach Partnern aus der Landwirtschaft zur Verwertung der festen und flüssigen Gärreste, die in der Biomüll-Vergärungsanlage entstehen. Diese Verwertung werde in den nächsten Wochen auch noch öffentlich ausgeschrieben, so Udo Goßwendt.