
Von Nadja Pfaff u Haben junge Menschen Angst vor ihrer beruflichen Zukunft oder sehen sie gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt? Dies wollten wir bei einer Umfrage unter einigen Menschen im Alter zwischen 19 und 29 Jahren wissen.Im Gespräch mit unserer Zeitung sagten sie, wie sie selbst ihre beruflichen Aussichten in den nächsten Jahren beurteilen.
Nur noch ein halbes Jahr will die 19-jährige Elvira Walterbei einem Discounter in Freudenstadt arbeiten. Ihr Traumberuf ist Bankkauffrau, und um diesen Traum zu verwirklichen, sucht die Realschulabsolventin aus Freudenstadt zurzeit intensiv nach einem Ausbildungsplatz. Nach drei positiven Bewerbungsgesprächen ist sie zuversichtlich, ihre Ausbildung im Herbst beginnen zu können. Wenn es nicht klappt, wäre sie auch bereit, einen anderen Beruf zu erlernen. Aber sie glaubt, dass ihre berufliche Zukunft bei einer Bank gesichert wäre: "Banken braucht man schließlich gerade jetzt!"
Auch der 22-jährige Adrian Bytyci aus dem Kreis Freudenstadt sieht nicht ängstlich in seine Zukunft. Als fertig ausgebildeter Restaurantfachangestellter arbeitet er bereits seit vier Jahren in seinem Beruf und hatte nie Probleme bei der Jobsuche. Seinen Traumberuf, ein Restaurant selbst zu führen, möchte er bald in der Selbstständigkeit verwirklichen.
Isabel Kraus, 27, aus Sachsen-Anhalt ist ebenfalls Restaurantfachangestellte. Sie arbeitet seit elf Jahren im elterlichen Betrieb mit und möchte diesen auf jeden Fall übernehmen. Je nach Wirtschaftslage würde sie auch in einen anderen Beruf wechseln, doch wirft sie sofort ein: "Ich wüsste nicht, was ich zu befürchten habe. Wir sind gut! Diese Branche wird auch in Zukunft von Qualität bestimmt sein."
Im April beginnt der 20-jährige Frederik Mergner, ebenfalls aus dem Kreis Freudenstadt, sein Sonderpädagogikstudium mit dem Schwerpunkt Erziehungshilfe. Arbeitslosigkeit nach dem Studium befürchtet er nicht. Zum einen seien männliche Pädagogen im Schulwesen gefragt, und zum anderen sehe er eine wachsende Zahl von Kindern, die sonderpädagogischen Förderbedarf in Anspruch nehmen müssten. Die Gründe dafür liegen für Mergner auf der Hand: "Zu viel Fernsehen, zu wenig Aufmerksamkeit und das Internet!"
Cornelis Daumiller, Angestellter bei den Stadtwerken Freudenstadt und staatlich geprüfter Betriebswirt im Bereich Energie aus dem Kreis Rottweil, arbeitet, wie er sagt, ebenfalls in einer weitgehend zukunftssicheren Branche.
Der 29-Jährige spricht zwar nicht von der absoluten Selbstverwirklichung, die er in seinem Beruf findet, doch darf es für ihn auch "nicht nur irgendein Job" sein: "Es muss schon passen. Sich jeden Tag zur Arbeit quälen zu müssen, wäre nichts für mich!" Dass eine berufliche Umorientierung in der Zukunft auf ihn wartet, ist für ihn jedoch klar.