Freudenstadt Narren starten in Jubiläumssaison

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Vor vielen Zuschauern taufte die Narrenzunft Freudenstadt die neuen Mitglieder und staubte die Masken ab. Foto: Schwark

Freudenstadt - Mit dem traditionellen Maskenabstauben auf dem Marktplatz startete die Narrenzunft Freudenstadt in die neue Saison, die heuer zum Leidwesen der Narren kurz ausfällt.

Schon im Vorfeld hatten sich die Narren mit der Eröffnungsparty im "Waagstadl" in Stimmung gebracht. Am Nachmittag des Dreikönigstags schritten die Hexa-Heuler mit fetziger Guggamusik vom Rathaus kommend zur Musikmuschel. Dort wartete eine große Zahl von Besuchern, die das Spektakel des Maskenabstaubens verfolgen wollten. In einem von vier Narren getragenen Sarg wurde eine schlafende Keaberg-Hexe ins Kreisrund gestellt. Neues Leben kehrte in sie zurück, und sie erhob sich wie von Geisterhand.

"In a neue Fasnetszeit starten wir jetzt los, die wird zwar kurz, aber dafür richtig famos", rief Zunftmeister Karl-Heinz Schau den Gästen zu. Hexenmutter Kathrin Joos-Mockler mischte sich mit ihrem Staubwedel unters Narrenvolk, um Masken der Keaberg-Hexen, Bergmännle, Bärenfänger mit Bär und Belzebuabe mit Leidenschaft abzustauben. "Jetzt isch abgestaubt, jetzt kennet ihr springa ond a scheene Fasnet 2016 zum 33. Jubiläum verbringa!", vermeldete Zunftmeister Schau, und es erklang ein dreifaches "Narri-Narro".

Gegen die aufkommende Kälte heizten die Hexa-Heuler ein, die vier neue Lieder in ihr Repertoire aufgenommen haben. Als Höhepunkt folgte die Taufe der Neumitglieder. Ein glänzender Topf stand schon bereit, der die "Saure Bria" enthielt, die die Täuflinge mit einer Kelle zu sich nahmen. Nachdem sie alles überstanden hatten, nahmen Kristina Gaiser (Bergmännle), Paula John, Mareike Gaiser, Isabel Wanke, Susi Zappe (alle Keaberg-Hexa), Svenja Drechsler, Marius Braun, Tatjana Liszio, Jessica Haas, Mara Merz (alle Belzebuaba) ihre Masken in Empfang. Von den Hexa-Heulern wurden Julia Sprenger, Jakob Braun, Felix Krieg, Axel Gaiser, Oliver Züfle und Fabian Wettstädt getauft.

"D’ Mask no uff, no isch’s vollbracht, mir henn aus euch nun Narra gmacht", rief Zunftmeister Schau den Narren zu. Die tollten mit ihren Kollegen vor der Musikmuschel herum. Die Narren zeigten ihren Zunfttanz, und die Hexa-Heuler machten Stimmung, ehe die Party im "Waagstadl" weiterging.

Neben zahlreichen Ausfahrten steht der Narrenzunft mit dem Wochenende 29./30. Januar Großes bevor. Am Samstag, 29. Januar, startet um 19.30 Uhr in der Turn- und Festhalle der Brauchtums-abend, zu dem sich schon rund 1300 Hästräger zu verschiedenen Programmpunkten angekündigt haben. 90 Gruppen mit rund 3000 Hästrägern haben sich für Samstag, 30. Januar, zum großen Umzug angemeldet. Abends startet in der Turn- und Festhalle die Freudenstädter Showtanzmeisterschaft. Das Rathaus wird am 4. Februar gestürmt, Kinderfasnet ist am 5. Februar. Die Narrenmesse fällt wegen der Renovierung der Taborkirche diesmal aus. Der Fackelumzug findet nur noch alle zwei Jahre statt.

Nach mehreren, meist kurzen Zeiträumen fasnetsorientierter oder karnevalistischer Vereine bis zum Zweiten Weltkrieg kamen mit der Zerstörung Freudenstadts 1945 zunächst alle Fasnetsaktivitäten zum Erliegen. In den 60er-Jahren bestritt Nachbarschafts- und Geselligkeitsverein Ziegeltal (NGZ) aus Freudenstadt über 20 Jahre lang eine erfolgreiche Epoche in der Freudenstädter Fasnet. Die Veranstaltungen waren eher karnevalistischer Natur, aber meist waren traditionsreiche Fasnetszünfte wie die Narrenzunft Schramberg in das Programm einbezogen.

Mit der Gründung der Narrenzunft Freudenstadt im Jahr 1983 begann ein neuer Zeitabschnitt der Freudenstädter Fasnet. Die Zunft wuchs unter Dieter Weisser, der den Verein 16 Jahre lang führte, schnell auf eine beachtliche Größe und veranstaltete bereits 1987 einen ersten Umzug und einen Brauchtumsabend in der Turn- und Festhalle. Mitte der 90er-Jahre waren es bereits mehr als 100 Hästräger. Heute zählt die Zunft rund 160 Aktive in fünf verschiedenen Figuren sowie weitere 94 passive Mitglieder.

Die Narrenzunft Freudenstadt ist kein reiner "Saisonverein". Das ganze Jahr über treffen sich die Narren dienstags im Vereinsheim. Zudem unternehmen sie Ausflüge und nehmen am Stadtfest teil.

  
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