Derbysiege sind schön. So klang es nach Spielschluss von den Rängen der nahezu ausverkauften Sulzberghalle in Alpirsbach nach dem 28:22 (10:8)-Erfolg der einheimischen Herren gegen die SG Schenkenzell/Schiltach.

Der Lokalkampf bot den 400 Zuschauern alles, was ein Handballspiel ausmacht und endete mit einer Überraschung, denn eigentlich waren die Gäste favorisiert. Die traten entgegen ihrer vorherigen Ankündigung in Bestbesetzung an, was bei den Einheimischen nach dem offensichtlichen Bluffversuch für zusätzliche Motivation sorgte.

Sichtlich überrascht von der starken Alpirsbacher Abwehr tat sich der Gast von Anfang an schwer im Angriffsspiel. Der sonst so starke Rückraum blieb blass und man kam erst einmal nur über die Außenpositionen oder per Siebenmeter zum Erfolg.

Beim 3:1 und 4:2 konnte sich Alpirsbach zunächst kurz absetzen. Drei Tore in Folge brachten der SG Schenkenzell/Schiltach beim 4:5 die erste, einzige und letzte Führung in diesem Spiel. Tore blieben auch in der Folge Mangelware, da auch die Gäste gut verteidigten. Ausgeglichen ging es bis zum 7:7 weiter, doch der TV Alpirsbach konnte noch einmal zur Pause zwei Treffer zwischen sich und den Gegner legen.

Während der Halbzeitpause stieß dann auch noch Marcus Engisch, der berufsbedingt nicht früher abkömmlich war, zur Alpirsbacher Truppe hinzu. Dies sollte vor allem der Abwehr weitere Möglichkeiten geben um für die zweiten 30 Minuten stabil zu stehen.

Weiter wollte Spielertrainer Krzysztof Lisiecki, der sein Team hervorragend auf den Gegner eingestellt hatte, noch mehr Tempospiel sehen, das in Hälfte eins etwas zu kurz gekommen war.

Was seine Männer dann jedoch auf das Parkett zauberten, war mehr als das. Nach 3:14 Minuten der zweiten Hälfte sah sich SG-Trainer Werner Kaufmann zu einer Auszeit gezwungen. Vier schnelle Tore der Klosterstädter brachte die Tribüne auf Alpirsbacher Seite zum Toben. Und das sollte nur der Anfang sein. Bis zum 21:9 hielt der Lauf der Gastgeber, denen zu diesem Zeitpunkt alles gelang. Die SG Schenkenzell/Schiltach war dagegen komplett von der Rolle und der Trainer reagierte früh, indem er die sonst so stabile Abwehr auf doppelte Manndeckung gegen Krzysztof Lisiecki und Tobias Schneider umstellte. Dies zeigte auch prompt Wirkung und brachte fünf Tore in Folge für die Gäste. Die Halle stand Kopf und auch Alpirsbachs Co-Trainer Benny Haas entschloss sich in Minute 44 zu einer Auszeit. Alles schien wieder offen.

Der Vorsprung war dennoch eine Nummer zu groß für die junge Kaufmann-Truppe. Nachdem sich der Alpirsbacher Angriff wieder gefangen und auf die neue Abwehrvariante eingestellt hatte, spielte man den Stiefel letztendlich routiniert weiter. Mit all seiner Erfahrung war nun Spielertrainer Lisiecki derjenige, das Spiel in die Hand nahm, seinen Mitspielern zu Toren verhalf oder selbst einnetzte. Die Gäste gaben sich dennoch nie geschlagen und kämpfen munter weiter. Über 25:17 und 26:20 fand das beiderseits faire Spiel ein ausgeglichenes Ende.

Eine überragende Mannschaftsleistung mit einer ganz starken Abwehr um Torwart Sven Wissmann war Grundstein für diesen Erfolg. Der TV Alpirsbach hat sich im Mittelfeld der Landesliga Nord etabliert und nach vier Siegen in Serie einen richtigen Lauf. Nach dem Spiel wurde ausgelassen mit den Fans im Foyer der Sulzberghalle gefeiert, die großen Anteil an der momentanen Euphorie haben. TV Alpirsbach; Tor: :Sven Wissmann, Michael Schatz ; Feld: Marcus Engisch, Marco Schatz (1), Patrick Waller (3), Sven Dehling, Tim Wissmann (7), Marc Wissmann, Krzysztof Lisiecki (6/2), Simon Wohriska (3), Tobias Schneider (3/1), Ralph Kammer (4), Robin Sitzler, Florian Krüger (1).