Freudenstadt - "Das kann ja im Prinzip jeder", sagt Lena Bartholomä über ihr Hobby. Sie schustere doch eigentlich nur aus ein paar wenigen Akkorden ein paar Lieder zusammen. Komponieren als Hobby? Für die 23-jährige Freudenstädterin ist das "nichts Besonderes".

Musik ist für Lena Bartholomä wie ein Ventil: "Das ist meine Art und Weise, mich auszudrücken", erklärt sie. In ihren Liedern – Klavierballaden von ruhig bis heiter – verarbeite sie sehr viel von sich selbst. "Das bin einfach ich", sagt die Studentin, die Musik und Deutsch auf Sonderschullehramt studiert, über ihre Musik. Angefangen habe ihre Leidenschaft fürs Komponieren schon recht früh. Seit der Grundschule hatte sie Klavierunterricht. "Ich habe damals schon immer lieber eigene Sachen gespielt, statt das zu üben, was ich eigentlich spielen sollte", lacht sie. Damals konnte sie die Lieder nicht richtig festhalten, sodass viele ihrer ersten Kompositionen verloren gegangen sind.

Inzwischen ist sie da einen Schritt weiter – sogar einen ziemlich großen. Erstens schreibt sie ihre Lieder inzwischen auf, und zweitens hat sie sechs ihrer Werke in einem professionellen Tonstudio aufgenommen. Anfangs nahm sie ihre Lieder noch mit einem Diktiergerät auf. Weil sie neugierig war, wie ihre Musik bei anderen ankommt, stellte sie sie ins Internet auf die Video-Plattform Youtube. Prompt kontaktierte sie ein Tutor ihres Musikdozenten an der Pädagogischen Hochschule (PH) Ludwigsburg: Er sehe Potenzial in ihren Liedern und würde gern einige Stücke mit ihr im Tonstudio der PH aufnehmen.

Die professionellen Aufnahmen hat Lena Bartholomä auf www.soundcloud.com gestellt. Wer im Suchfeld ihren Namen eingibt, kann ihre Lieder anhören und auch kommentieren. "Mich freut’s natürlich, wenn’s den Leuten gefällt", sagt Bartholomä. Aber: "In erster Linie mache ich das einfach für mich." Eine Musikkarriere wäre "ein netter Nebeneffekt", ist aber nicht ihr primäres Ziel. Anfangs hat sie sich gar nicht getraut, ihre Lieder selbst zu singen, sondern bat ihre Schwester Janna darum, die Gesangsunterricht hatte. Bis diese ihr schließlich sagte, sie solle ihre Lieder selber singen, weil das viel authentischer klinge. Mittlerweile ist Lena Bartholomä froh, dass sie selbst singt – auch wenn sie "gar keine große Sängerin" sei. Und tatsächlich klingen ihre Lieder sehr authentisch, aufrichtig, von Grund auf ehrlich.

Zum Abschalten ans Klavier

Bartholomäs Lieder sind im Prinzip wie klassische Poplieder aufgebaut – sehr harmonisch und einfach, meint die Freudenstädterin. Als erstes komponiert sie die Melodie des Lieds, die Harmonien, die Klavierbegleitung. Oft hat sie am Anfang nur ein paar Fragmente, mit denen sie dann weiterarbeitet. Danach entsteht der Text. Ein bewusster Prozess ist das nicht – sie setzt sich einfach zum Abschalten ans Klavier, und manchmal entstehen daraus Lieder. Zwischen einer Stunde und mehreren Monaten braucht sie für ein Lied. Ihre Texte schreibt sie auf Englisch. "Ich finde einfach, das hört sich schöner an", erklärt sie. Aber auch die Sprachwahl erfolgt nicht bewusst. "Ich komme da irgendwie gleich ins Englische rein."

Die Reaktionen auf ihre Musik sind positiv. "Mein Freundeskreis findet das toll. Aber ich denke immer, die können ja nichts anderes sagen", meint Bartholomä bescheiden. Aber auch übers Internet kommen positive Rückmeldungen.

Inzwischen hat Lena Bartholomä bereits einige neue Stücke geschrieben, die sie gerne wieder im Tonstudio der PH Ludwigsburg aufnehmen würde. Einfach so, weil ihr die Musik Spaß macht.