Freudenstadt - Die Klinik steht vor harten Einschnitten. Das betonte Oberbürgermeister Julian Osswald bei der Info-Veranstaltung im Kursaal am Mittwochabend.

Osswald redete Klartext: "Der KLF-Standort Freudenstadt ist nicht auf Rosen gebettet, da müssen viele Dinge angepackt werden. Es darf keine trügerische Sicherheit eintreten, dass wir das große Haus sind, dem nichts passieren kann. Deshalb muss alles getan werden, dass dieses Haus gut funktioniert." Zunächst einmal müssen sofort, so KLF-Geschäftsführer Peter Mast, 13,5 Millionen Euro in Freudenstadt in Klima und Heizung investiert werden, um die Betriebssicherheit zu gewährleisten.

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Laut Landrat Klaus Michael Rückert wird auch ein Teilneubau oder ein Komplettneubau geprüft. Rückert: "Damit man den Arbeitsablauf optimieren kann, müssen Zentren-Strukturen geschaffen werden. Ein Teilneubau hätte den Vorteil, dass man die bisherigen Investitionen wie das Mutter-Kind-Zentrum oder den Hubschrauberlandeplatz weiter nutzen kann. Bei einem Komplettneubau in Freudenstadt stellt sich die Frage, ob man Landeszuschüsse für die bisherigen Sanierungen zurückzahlen muss." Die Vorschläge sollen im ersten Halbjahr 2013 auf den Tisch.

KLF fünf finanziert Kita-Plätze

SPD-Mann Jürgen Vejmelka fragte nach einer drohenden Privatisierung der Klinik in Freudenstadt. KLF-Geschäftsführer Mast antwortete: "Ich war ja Geschäftsführer des Rhön-Klinikums in Pforzheim. Dort bekommen die Mitarbeiter kein Weihnachtsgeld. Das würde in Freudenstadt 3,5 Millionen Euro sparen. Das möchte ich aber nicht, weil ich befürchte, dass wir dann noch mehr Personalprobleme bekommen." Deshalb habe er gerade mit OB Osswald vereinbart, dass die KLF fünf Kita-Plätze finanziert. Mast: "Wir haben da einen großen Bedarf für unser Personal." Gerade in Zeiten, in denen OP-Schwestern in Ingolstadt einen Dienstwagen bekommen und woanders 5000 Euro Kopfprämie für neue Mitarbeiter bezahlt werden, müsse die KLF versuchen, ein attraktives Arbeitsumfeld zu bieten. Teilweise werden sogar Mitarbeiter noch aus der Ausbildung in Freudenstadt schon abgeworben.

Stadträtin Bärbel Altemdorf-Jehle von der Bürgeraktion: "Freudenstadt hat wirklich gute Ärzte im Krankenhaus. Wenn man die halten kann, kommen auch Patienten aus Horb und Altensteig zu uns." Das bestätigte auch OB Osswald: "Für mich war es vor vier Jahren noch unvorstellbar, welche Qualität von Ärzten wir nach Freudenstadt geholt haben. Solange diese Chefärzte hier sind, kommen auch Oberärzte. Das müssen wir halten."

Der Freudenstädter Frauenarzt Adolf Megnin appelierte, keine Schlammschlacht zu betreiben. Dies würde beiden Standorten schaden. Eine Akut-Klinik in Horb sei "völliger Unfug". Die Horber, die dafür kämpfen würden, würden selbst beispielsweise nach Nagold gehen.