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Freudenstadt - Anina hat ein großes Herz für kleine Leute. Fast jeden Tag ist die Flat Coated Retriever-Hündin mit den Kindern des Freudenstädter Waldkindergartens Eigen-Sinn unterwegs – wenn es sein muss sogar im Baumarkt.
Die achtjährige Anina liebt die Entdeckunsgstouren mit den 18 Kindern im Wald rund um Freudenstadt, und die Kinder lieben sie. Seit Oktober ist die Hündin von Montag bis Donnerstag treue Begleiterin der Kinder. Stets hat sie alles im Blick. Ab und zu geht sie sogar mit zum Einkaufen in den Supermarkt oder in den Baumarkt.
Anina ist ein wohl erzogener Hund und weiß sich auch in Geschäften zu benehmen. Ihre Besitzerin ist Ulrike Vogt aus Dietersweiler, die Tante von Erzieherin Tamara Bossert, die zusammen mit ihrem Kollegen Helmut Siegl den Eigen-Sinn-Waldkindergarten in Freudenstadt leitet. Tamara Bossert holt Anina morgens immer bei ihrem Frauchen ab und bringt sie mit zum Waldkindergarten, wo sie von den Kindern schon erwartet wird.
Dass der Freudenstädter Waldkindergarten – übrigens der höchstgelegene in Deutschland – auf den Hund gekommen ist, kommt nicht von ungefähr. "Es war nicht nur ein lang ersehnter Traum, sondern auch ganz gezielt angesetzte Pädagogik", sagt Helmut Siegl. Tiergestützte Therapie habe in Fachkreisen schon vieles in Bewegung gebracht, wo menschliches Handeln scheinbar aussichtslos schien. Auch die drei- bis sechsjährigen Kinder im Waldkindergarten profitierten von Anina. Dies sei zum Beispiel das Überwinden ihrer natürlichen Scheu oder sogar Angst vor einem so großen Tier.
Das Ergebnis sei meist, dass sich die Kinder verliebt ins schwarze Fell von Anina kuscheln. Jedes Kind reagiere zwar unterschiedlich, doch man habe bislang viel Positives erlebt. "Es geht uns darum, dass die Kinder das Tier auf einer normalen Ebene erleben können", so Siegl weiter. Wenn alle ihre Wünsche wahr werden könnten, dann würde jedes Kind des Waldkindergartens die vierbeinige Dame mit dem schwarzgelockten Haar jeden Abend mit nach Hause nehmen. Doch da hätte Ulrike Vogt vermutlich was dagegen. Doch fast jeden Tag ist Anina bei den Kindern, außer an den Wochenenden und freitags. Denn am Freitag kaufen die Kindern mit ihren Erziehern auf dem Freudenstädter Wochenmarkt ein, und dann muss Anina zu Hause bleiben.
Übrigens scheint Retriever- Hündin Anina viel Spaß an ihrem Hobby im Freudenstädter Waldkindergarten zu haben. Wie Helmut Siegl berichtet, stand sie auch in den Ferien jeden Morgen an ihrer heimatlichen Tür und hat darauf gewartet, dass Tamara Bossert sie abholt.