Freudenstadt Hotel am Park hat schwer zu kämpfen

Helga Michel, 06.08.2012 09:00 Uhr

Freudenstadt - Die Frau, die an einer Infektion mit Legionellen erkrankt war, ist tot. Der Reiseveranstalter TUI hat Gäste umgebucht. Für das Freudenstädter Hotel am Park sind die Probleme noch nicht ausgestanden.

Die verstorbene Frau war nach einem Aufenthalt im Hotel am Park an einer Infektion mit Legionellen erkrankt. Daraufhin hatte das Gesundheitsamt Ostalbkreis das Gesundheitsamt Freudenstadt informiert. Es folgte die Entnahme von Wasserproben im Hotel, bei denen laut Landratsamt Freudenstadt eine hohe Konzentration von Legionellen nachgewiesen wurde. Das Landratsamt verhängte daraufhin für das Hotel verschiedene Auflagen, unter anderem ein Duschverbot für einen Teil des Hauses.

Frau ist bereits am 26. Juli verstorben

Susanne Dietterle, Pressesprecherin des Landratsamts Ostalbkreis, teilte auf Anfrage des Schwarzwälder Boten mit, dass die 50-jährige Frau bereits am 26. Juli verstorben ist. Dabei habe die Legionelleninfektion sicherlich eine Rolle gespielt, denkt sie. Ob sie ausschließlich für den Tod der Frau verantwortlich sei, sei aber nicht bekannt.

Walter Kocheise, Pressesprecher der Polizeidirektion Freudenstadt, erklärte, dass sich die Polizei bisher nicht mit dem Todesfall beschäftigt habe, da der Arzt einen natürlichen Tod bescheinigte, weil anscheinend auch eine weitere schwere Erkrankung vorgelegen habe. Bei einem natürlichen Tod werde die Polizei nicht verständigt. Inzwischen sei aber die Staatsanwaltschaft informiert worden, die entscheiden werde, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird.

Allerdings, so Kocheise, liefen zurzeit Ermittlungen gegen das Hotel in anderer Sache: Wegen des Verdachts des Betrugs. Vier ehemalige Angestellte hätten Anzeige erstattet, weil angeblich Löhne und Sozialversicherungsbeiträge nicht gezahlt worden sein sollen.

TUI bucht Gäste um

"Natürlich zahlen wir korrekt Löhne", sagt dazu Jens Doerschel, Geschäftsführer des Hotels am Park. Der Polizei seien auch die Anmeldungen der Mitarbeiter vorgelegt worden. Seit Juni ist Karl-Heinz Himburg Direktor des Hotels. Seitdem habe es, so Doerschel, einen kompletten Personalwechsel gegeben. Der Grund: Himburg habe einen anderen Führungsstil als bisher gewohnt. Das habe zu Kündigungen vorwiegend auf Mitarbeiterseite geführt. Doerschel sieht den kompletten Teamwechsel als Chance für das Haus. Himburg habe sich nun einen Personalstamm aufgebaut, mit dem er das Hotel wieder voranbringen wolle. Es gebe sogar Leute, die extra vom Harz nach Freudenstadt gezogen seien, um mit Himburg daran zu arbeiten. Die Maßnahmen gegen die Legionellen im Wasser wurden laut Doerschel inzwischen umgesetzt. Gestern seien von einem Untersuchungsinstitut Proben entnommen worden. Mit dem Ergebnis wird am Montag gerechnet.

Die Probleme im Hotel am Park bringen auch andere ins Schwitzen. Rund 100 Gäste, die über die TUI bis Mitte August einen Aufenthalt im Hotel am Park gebucht hatten, seien umgebucht worden, so Carola Broermann, Inhaberin des gleichnamigen Reisebüros und gleichzeitig Reiseleiterin der TUI in Baden-Württemberg. Nach einer Reklamation von Gästen, in der sie unter anderem über die Legionellen-Kontamination informiert worden sei, habe sie sich im Hotel und beim Gesundheitsamt sachkundig gemacht und die TUI informiert. Dort sei die Entscheidung getroffen worden, das Hotel erst wieder zu belegen, wenn es ohne Beanstandungen sei. "Wir haben drei Tage gebraucht, bis die Umbuchungen erledigt waren", sagt Carola Broermann. Die Gäste sind jetzt überall im Schwarzwald untergekommen – in anderen Häusern in Freudenstadt, aber auch in Baiersbronn, in Kälberbronn oder in Triberg. Dabei hätten sich alle Hotels sehr kooperativ gezeigt. "Das war richtig toll."

Sorgen bereiten die Probleme im Hotel am Park auch Tourismusdirektor Michael Krause, schließlich handle es sich um das größte Haus in Freudenstadt, das mit Abstand die meisten Übernachtungen verbuche. Hotelleitung und Pächter seien angehalten, schnellsten Maßnahmen zu ergreifen, damit alles wieder ins Reine komme, um für einen ordnungsgemäßen Betrieb und damit für zufriedene Gäste zu sorgen. Er, so Krause, habe schon bei einem Gespräch mit dem neuen Hoteldirektor Mängel angesprochen. Allerdings war es zu diesem Zeitpunkt noch nicht um das Thema Legionellen gegangen. Jede Beschwerde die an Freudenstadt Tourismus herangetragen werde, werde an die Hotels mit der Bitte um Stellungnahme weitergegeben. Krause: Wenn sich Gäste nicht wohlfühlen, sei es zwar in erster Linie ein Imageschaden für das Haus, aber auch für Freudenstadt.

 
 
Kommentare (6)
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SEP
12
Fragrnsteller, 22:45 Uhr

Fragensteller

Wann ist denn diese verhandlung bei welcher die umstände des todes der armen frau aufgeklärt werdwn? Vielleicht kommen da ja noch ganz andere sachen ans tageslicht!

SEP
05
Annonym, 11:39 Uhr

Gehälter und Häuser

Also ich muss mich dazu auch einmal äußern! Ich habe auch mal für Agnuns gearbeitet und ich muss dazu sagen ich habe auch immer auch mein Gehalt warten müssen und es nur Bar ausbezahlt bekommen! Unser Hotel war ein zustand, in der Küche habe ich mir selbst kein Essen mehr zubereitet. Wenn da mal jemand vom Gesundheitsamt vorbei schauen würde, wäre es schon lang geschlossen worden. Genauso wie manch anderer Häuser von Agnus. es werden immer mehr hotels mit agnus eröffnet, aber geld ist keines vorhanden! Das gehört verboten!

AUG
18
noch ein ehmaliger Mitarbeiter, 10:02 Uhr

Bezahlte Gehälter!!!!

Ich war zwar nie in Freudenstadt angestellt,aber in einem anderen Hotel der Agnusgesellschaftund unter der Geschäftsleitung von Hr Dörschel. Ich kann nur bestättigen,das die Gehälter eben nicht gezahlt wurden bzw nur auf Druck kleine Abschlagsraten. Das schlimme an der Sache ist ,das man selbst wenn man sich von der Gesellschaft trennt,man weiteren Problemen gegenüber steht und man irgendwann nicht mehr weiß,wie man das noch alles bewältigen soll(z.b.man war während seiner Festanstellung beim Arzt und hat nun Probleme mit der Krankenkasse,da man nicht gemeldet war,man geht zum Arbeitsamt und hat keine Ansprüche auf Unterstützung,da man nicht gemeldet war,wird weiter an das Jobcenter verwissen,die einem mitteilen,das man kein Anspruch hat,da man ja gearbeitet hat und man eben die Sozialleistungen einklagen muß....)Es bleibt einem eigentlich gar nichts anderes übrig wie zu klagen,da hr. Dörschel ja auch für keinen seiner Mitarbeiter mehr zu sprechen ist wenn es um Gehalt geht oder aber man mit halbherzigen Versprechungen hingehalten wird.Ich weiß das ich in dem Hotel nicht die einzigste bin die kein gehalt bezogen hat.

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