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Freudenstadt Hand in Hand für die Sicherheit

Schwarzwälder-Bote, vom 05.02.2012 21:00 Uhr

Von Helga Michel Freudenstadt. Sicherheit ist keine Selbstverständlichkeit, ob im Kleinen, also in Städten und Gemeinden, oder global gesehen. Dass es vieler Akteure bedarf, die sich dafür einsetzen, das machte der Neujahrsempfang der Stadt Freudenstadt deutlich.Oberbürgermeister Julian Osswald hatte den Neujahrsempfang der Stadt im großen Kursaal des Kurhauses unter das Thema Sicherheit gestellt. Schwungvoll umrahmt wurde der Empfang, bei dem bei Häppchen und Getränken im Anschuss an die Reden genug Zeit zum Gespräch blieb, von der Big Band des Kepler-Gymnasiums, die nicht nur durch die herausragende Stimme von Janina Ganter schnell die Sympathien für sich gewinnt.

Das Thema Sicherheit spiegelte sich sowohl im Hauptredner, Generalleutnant Markus Bentler aus dem Kommando Operative Führung Eingreifkräfte in Ulm, als auch bei den Gästen. Denn neben Vertretern der Politik, der Kirchen, der Ärzteschaft, Stadträten, Ortsvorstehern und Mitarbeitern der Stadt prägten die Akteure, die sich für die Sicherheit anderer einsetzen, das Bild. So viele gut aussehende Uniformierte habe man selten in diesem Saal gehabt, stellte Osswald denn auch gut gelaunt fest: Vertreter der Polizei, der Feuerwehren, des Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdiensts und der Rettungshundestaffel, Vertreter der DLRG, Mitglieder der Bergwacht und des THW, Vertreter der Bundeswehr und der Nachtwanderer. Schon allein das bloße Wissen, dass es sie alle in der Stadt gebe, "vermittelt Sicherheit".

Osswald spannte den Bogen vom Tsunami in Japan und der damit verbundenen Atomkatastrophe über die Sorge um die Stabilität des Euro und andere Ereignisse rund um den Globus zu lokalen Aspekten. Er ging dabei ebenso auf Projekte für den Klimaschutz wie auf die Rolle des Krankenhauses und der zahlreichen florierenden Firmen, aber auch auf die Insolvenz von Schlott ein, mit der sicher geglaubte Arbeitsplätze verloren gingen.

Das Stadtoberhaupt hatte auch eine kleine Statistik parat. So habe die Freudenstädter Polizei im vergangenen Jahr 1444 Kriminalfälle gezählt. 62,2 Prozent davon seien aufgeklärt worden, weit mehr als im Bundesdurchschnitt. Es könne bezweifelt werden, dass die geplante Polizeireform das auch in Zukunft noch möglich mache.

Doch auch die anderen Sicherheitskräfte hatten 2011 einiges zu tun: So war zum Beispiel die Bergwacht auf dem Kniebis 42 Mal im Einsatz, mehr als 150 Mal die Feuerwehr in Freudenstadt. Allen gleichermaßen galt für ihre Energie und ihr Engagement der Dank des Oberbürgermeisters. Osswald: "Wo Menschen für Menschen Verantwortung übernehmen, ist eine sichere und gute Zukunft möglich."

Um das Thema Verantwortung ging es auch in der Rede von Generalleutnant Markus Bentler, der zum Thema "Wir brauchen mehr Europa – nicht nur in der Finanz- und Wirtschaftspolitik, sondern auch in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik" sprach.

In einem für in Sachen Verteidigungspolitik nicht ganz so versierte Zuhörer schwer zu verfolgenden Parforceritt durch die Politik rund um den Erdball machte Bentler deutlich, dass langfristig gesehen die gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik Europas genauso wichtig ist wie die Finanz- und Währungspolitik.

In einer sich mit zunehmend rasanter Geschwindigkeit verändernden Welt, innerhalb sich verändernder Macht- und Kräfteverhältnisse gelte es für Europa künftig, mehr Verantwortung zu übernehmen, und für die einzelnen Staaten, enger zusammenzuarbeiten.

Die EU brauche bessere Fähigkeiten vor allem in der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, um ihre Interessen zu wahren oder auch, um ihrer humanitären und moralischen Verantwortung gerecht zu werden. Dabei gelte es zunächst, die vorhandenen Ressourcen effizienter zu nutzen.

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