Freudenstadt Grünes Licht für Bergbau im Chris­tophstal

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Ein Bergmann und ein Schaufellader in einer Grube. (Symbolfoto) Foto: Schwannauer

Freudenstadt - Der Bergbau im Chris­tophstal hat grünes Licht bekommen. Bevor es aber zu der Entscheidung kam, hatten einige Stadträte ihre Position deutlich gemacht.

Beschlossen wurde in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats mit einer Zweidrittelmehrheit eine Stellungnahme der Stadt zu dem geplanten Bergbau der Firma Sachtleben aus Hausach. Die Firma will in einer dreijährigen Explorationsphase von 2017 bis 2019 herausfinden, ob sich im Dorothea-Gang im Christophstal Schwerspat gewinnbringend abbauen lässt, führte Bauamtsleiter Rudolf Müller aus. Danach könnte sich eine bis zu zehn Jahre lange Abbauphase anschließen.

Die Stellungnahme der Stadt geht an das Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau beim Regierungspräsidium Freiburg, das über den Antrag der Firma entscheidet. Oberbürgermeister Julian Osswald machte deutlich, dass eine Ablehnung der Stadt laut Bergrecht übergangen werden könne, dies aber im Jahr 2016 unwahrscheinlich sei. Andererseits habe die Firma nun mal das Recht, dort ihren Interessen nachzugehen.

Während der Explorationsphase nur acht Fuhren am Tag

Für die Explorationsphase sei mit Sachtleben ein Kompromiss geschlossen worden. In den drei Jahren in den Monaten März bis November kann montags bis donnerstags jeweils von 6 bis 22 Uhr gearbeitet werden. Lastwagen sollen nur zwischen 8 und 20 Uhr durch die Talstraße rollen – und dann auch nur 32-Tonner statt Sattelzüge mit 40 Tonnen.

Die Zahl der Fahrten ist auf acht pro Tag begrenzt, aber pro Woche sind drei weitere Touren für sonstige Fahrten vorgesehen, um etwa Arbeitsmaterial wie Bindemittel oder Diesel zur Grube bringen. Auf der Talstraße sollen die Lastwagen nicht schneller als 20 Stundenkilometer fahren.

Auch für eine mögliche Abbauphase gibt es schon Pläne. In dieser ist die Gewinnung von 30 000 Tonnen Schwerspat im Jahr geplant. Während der Gartenschau soll der Bergbaubetrieb eingestellt werden und der Stollen für Besucher zugänglich gemacht werden. Zudem soll Sachtleben einen Infrastrukturbeitrag für das Grünprojekt leisten. In welcher Höhe der ausfällt, ist aber noch unklar, sagte Osswald. Er sagte auch, dass diese Regelung für ihn eine Zustimmung möglich mache. Die Verwaltung gehe davon aus, dass die Belastung tragbar sei.

Sorgen bereitete neben dem möglichen Lärm der Abtransport des Gesteins, das an einem anderen Standort aufbereitet werden soll. Die Bürgerinitiative Christophstal hatte vehement dagegen protestiert, dass der Transport über die Talstraße erfolgt.

Es gab eine Liste mit knapp 800 Unterschriften gegen den Bergbau, etwa 180 Unterzeichner waren aus dem Christophstal. Es sei auch das Verdienst der Bürgerinitiative, dass es nun Alternativen gebe, den Transport über die Finkenberghalde zu leiten, sagte Osswald. Wie die Alternative aber genau aussehen soll, steht noch nicht fest.

Oberbürgermeister und Verwaltung wollten sich nicht festlegen, um Verhandlungsspielraum zu haben. SPD-Stadtrat Günter Braun scheiterte mit seinem Antrag, schon jetzt festzulegen, dass der Abtransport über eine 5,8 Kilometer lange Strecke erfolgen soll, die den Meisenhüttenweg einschließt.

Bergwerk könnte später einmal Touristen ins Tal locken

Der Geschäftsführer der Firma Sachtleben, Robert Mauerlechner, sagte, er könne sich theoretisch auch diese Wegführung vorstellen. Allerdings seien dabei noch keine Kosten berechnet worden, weswegen er keine seriöse Aussage treffen könne. Osswald verwies darauf, dass das Forstamt diesen Vorschlag abgewiesen hätte.

Beate Gaiser (FWV) sagte, sie habe es sich mit ihrer Zustimmung nicht einfach gemacht. Aber jede Stunde ein Lastwagen durchs Chris­tophstal – das sei zumutbar. Sie glaube auch nicht, dass sich Touristen vom Bergbau im Tal abschrecken lassen würden. Nach der Abbauphase habe man ein richtiges Bergwerk im Tal, das sei ein touristisches Pfund. Ihr Fraktionskollege Michael Kaltenbach sah das anders: Das Tal verliere durch den Bergbau seinen touristischen Reiz und den Schwarzwälder Charme.

Die Stadträtin Bärbel Altendorf-Jehle (BA) sagte vor der Abstimmung, sie stimme zu, allerdings werde die BA ein Auge darauf haben, dass die Vereinbarungen eingehalten werden. Friedrich Volpp (FWV) sprach sich gleich zu Beginn dagegen aus.

Die Bürgerinitiative traf sich gestern, um eine Stellungnahme zu verfassen. Nicole Graf sagte aber vorab, die Initiative habe viel erreicht, Beeinträchtigungen würden aber spürbar sein. Die Lösung sei nicht gut, aber sie könne sie akzeptieren und hege keinen Groll.

  
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