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Freudenstadt - "Begeisterung statt Burnout": Michael Spitzbart demonstrierte gestern mit seinem Vortrag "Power Your Life", wie auch Gesunde ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, Kreativität und Denkgeschwindigkeit steigern können.
Das Burnout-Syndrom oder Belastungsdepression ist die am schnellsten zunehmende Erkrankung in Deutschland. Längst erwischt es nicht mehr nur "normale" Leute: Auch immer mehr Prominente outen sich als Burnout-Opfer, darunter auffallend viele Sportler. Sebastian Deisler, Ex-Fußballprofi beim Bundesliga-Rekordmeister Bayern München, Skispringer Sven Hannawald und zuletzt Fußball-Trainer Ralf Rangnick sind da nur einige Beispiele.
Wie kann man Menschen, die am Burnout-Syndrom leiden, wirklich und dauerhaft helfen? Dieser Frage ging Michael Spitzbart im Kongresszentrum Freudenstadt nach. Die Veranstaltung war die dritte im Rahmen der Reihe "Perspektiven – von den Besten profitieren", die der Schwarzwälder Bote gemeinsam mit dem Seminarveranstalter "Unternehmen Erfolg" und der Freudenstadt Tourismus, unterstützt von der Volksbank Horb-Freudenstadt und der ahg-Autohandelsgesellschaft, präsentiert. Udo Sonnenberg, Regionalverkaufsleiter der Schwarzwälder Bote Medienvermarktung, begrüßte die Besucher.
Die übliche Mischung aus Psychopharmaka und Psychotherapie helfe jedenfalls beim Burnout nicht weiter, so Spitzbart. "Psychopharmaka sind die Bankrotterklärung einer symptomatischen Medizin", so sein Credo. Er setzt statt dessen bei der Krankheitsherkunft, an und leitet daraus seine Präventivmethoden ab.
Hervorgerufen werde die Belastungsdepression durch den unter Stress erhöhten Verbrauch essenzieller Aminosäuren, aus denen im Gehirn wichtige Hormone wie das "Glückshormon" Serotonin oder das "Antriebshormon" Dopamin gebildet werden. Diese fördern Agilität, mentale Belastbarkeit und Durchsetzungskraft. Mangelt es an diesen Hormonen, steigt die gefühlte Arbeitsbelastung. Folge: Stresshormone gelangen in den Stoffwechsel – eine Art Notmechanismus wird in Gang gesetzt: Aminosäuren werden lediglich als Energie verbrannt, obwohl sie eigentlich fürs Gehirn bestimmt sind. Dies wiederum drosselt die Synthese der aufbauenden Hormone, die gefühlte Arbeitsbelastung steigt weiter: ein Teufelskreis. Spitzbarts Rezept: frühzeitige und regelmäßige Kontrolle des Hormonprofils und eine Ernährung, die dem Körper genügend gehirnaktive Eiweißbausteine zuführt. Und: ein "gesunder Egoismus".
Man müsse sich das vorstellen wie bei einem Maler, der ein großformatiges Werk anfertigt. Wenn er nicht immer wieder von seiner Leiter absteigt, um sich Zeit zu nehmen und sein Werk aus dem gebührenden Abstand zu betrachten, verliert er den Überblick. Diese Auszeiten müsse man sich nehmen, sagt Spitzbart. "Gesunder Egoismus" sei die Grundlage für dauerhafte Leistungsfähigkeit. Anders gesagt: Es sei falsch, an sich selbst immer nur zuletzt zu denken. Nur wenn es einem selbst gut geht, sei man auch wertvoll für andere – für den Beruf ebenso wie für die Familie und für sein gesamtes Umfeld.
Spitzbart ist keiner, der seine Zuhörer mit medizinischem Fach-Kauderwelsch langweilt. Seine Vorträge sind gespickt mit griffigen Weisheiten, die jeder nachvollziehen kann, und einer ordentlichen Portion gesundem Menschenverstand. Und so wurde es ein Abend, der den Zuhörern auf ebenso kurzweilige wie kenntnisreiche und eindringliche Weise viele Tipps mit großer Langzeitwirkung mit auf den Heimweg gab.
Am Donnerstag, 8. Dezember, wird es noch eine zusätzliche Veranstaltung im Rahmen der Reihe "Perspektiven" geben. Der bekannte und erfolgreiche Management-Trainer und Mental-Coach Thomas Baschab referiert im Kongresszentrum Freudenstadt zum Thema "Erfolg beginnt im Kopf: Durch mentale Stärke Ziele erreichen".
unter der Service-Hotline 08161/99190 oder unter www.unternehmen-erfolg.de