
Kreis Freudenstadt/Calw. Die Vorstände der CDU-Kreisverbände Freudenstadt und Calw wollen in Zukunft ihre Zusammenarbeit intensivieren. Dies betonten die beiden Kreisvorsitzenden Conny Mayer-Bonde (Freudenstadt) und Landtagsabgeordneter Thomas Blenke (Calw) bei einer gemeinsamen Sitzung der Kreisvorstände.
Als Gründe für die Zusammenarbeit wurden vor allem die Polizeireform, die von der neuen Landesregierung ausgegebenen Veränderungen der Schullandschaft und die Errichtung eines Nationalparks im Nordschwarzwald genannt. Da sich die Landkreise Calw und Freudenstadt ähneln, seien sie von den Reformen gleichermaßen betroffen, hieß es.
So stellt sich für Thomas Blenke, innenpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, die Frage, wie der ländliche Raum nach der Umstrukturierung aussehen wird. "Die Kripobeamten von der Polizeidirektion Calw werden nach Böblingen versetzt und die Freudenstädter Kollegen womöglich nach Offenburg. Die Polizeipräsidien würden personell aufgestockt, vor Ort fehle es an Personal, so Blenke.
Die beste Aufklärungsquote und die niedrigste Kriminalitätsrate in Baden-Württemberg bei dem bewährten System lassen bei Blenke bezüglich des Vorhabens der Landesregierung "viele Stirnfalten aufkommen". Landtagsabgeordneter Norbert Beck erläuterte den aktuellen Stand in Sachen Gemeinschaftsschule und Nationalpark. Er kritisierte dabei die Landesregierung, die die erfolgreiche Politik der Vorgängerregierung mit aller Macht durch Experimente ersetzen wolle.
Ein CDU-Vorstandsmitglied machte seinem Unmut Luft: "Man hört nur ›wir machen Politik des Gehörtwerdens‹, aber was ist die Realität? Entscheidungen werden hinter verschlossenen Türen getroffen". Er sei gespannt, inwieweit die Bürger in Sachen Nationalpark Mitspracherecht haben. Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel referierte zur aktuellen Euro-Krise und über seine Arbeit in der Bundesregierung. Er werde auch weiterhin für die Bürger im Wahlkreis Calw-Freudenstadt präsent sein und bei der Nominierung zum Bundestagskandidaten wieder antreten, kündigte er an. Dafür erhielt er von den CDU-Kreisvorständen breite Unterstützung und Applaus.