Von Claus Wiegert Kreis Freudenstadt. Drei Asylbewerber hätte Loßburg aufnehmen müssen, 18 sind gekommen, und einige weitere werden wahrscheinlich noch dort untergebracht: Bei der Aufnahme von Asylbewerbern hat die Gemeinde ihr Soll aus dem Stand weg übererfüllt. Dies teilte Hauptamtsleiter Gerd Maser dem Gemeinderat bei dessen jüngster Sitzung mit.

Erst am Vortag habe die Gemeindeverwaltung erfahren, sagte Maser leicht verärgert, dass das Landratsamt im Gasthof Linde im Ortsteil Betzweiler-Wälde eine Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber eingerichtet habe. Bereits am 3. Dezember seien in der "Linde" 18 Personen aus Bosnien und Serbien eingezogen – sechs Erwachsene und zwölf Kinder.

Nach Aussage des Landratsamts könnten in der Unterkunft in Wälde noch weitere sechs bis acht Personen aufgenommen werden. "Weder die Ortschaftsverwaltung Betz-weiler-Wälde noch die Gemeindeverwaltung wurden im Vorfeld vom Landratsamt in dieser Angelegenheit in irgendeiner Form informiert", betonte Maser. Das sei "schlichtweg unverschämt", meinte der Hauptamtsleiter, und dies habe er dem Mitarbeiter des Sozialamts, der ihn über die Sache informiert habe, auch so gesagt. Immerhin müsse die Gemeinde Loßburg im Zuge der Abschlussunterbringung nach dem Flüchtlingsaufnahmegesetz nun vorerst keine weiteren Asylbewerber mehr aufnehmen. Der starke Zustrom von Asylsuchenden bescherte dem Loßburger Gemeinderat "das Überraschungsei des Tages", so der erste stellvertretende Bürgermeister Manfred Hauser.

Der Landkreis weiß nicht mehr, wo er die Asylbewerber unterbringen soll (wir berichteten). Dieses Problem ist auch mit der Gemeinschaftsunterkunft in Wälde noch lange nicht gelöst, wie der Leiter des Sozialamts im Freudenstädter Landratsamt, Robert Bornhauser, gestern auf Anfrage unserer Zeitung sagte. Die Landesaufnahmestelle in Karlsruhe warte mittlerweile nicht mehr ab, bis wieder Plätze in einer Unterkunft zur Verfügung stünden, sondern setze die Asylsuchenden in Busse und bringe sie in die Landkreise.

Dass auch in Baiersbronn eine Unterkunft für Asylsuchende eingerichtet werde, wie Hauptamtsleiter Maser bei der Gemeinderatsitzung in Loßburg sagte, stimme nicht – "leider", so Bornhauser. Eine Immobilie in Obertal sei für das Landratsamt als Unterkunft in Frage gekommen, aber die Sache habe sich wieder zerschlagen.