Freudenstadt Gastgeber erst einmal vorbeigezogen
Schwarzwälder-Bote, 29.04.2012 23:00 Uhr
Durch die dritte Niederlage in Folge bei der auch in dieser Szene zahlenmäßig klar überlegenen TSG Tübingen ins Hintertreffen geraten ist die SpVgg Freudenstadt. Foto: KraushaarFoto: Schwarzwälder-Bote
Von Albert M. Kraushaar
TSG Tübingen – SpVgg Freudenstadt 4:2 (2:0). Nach einer insgesamt mäßigen Landesligapartie ist die SpVgg Freudenstadt nur noch eine Handbreit vom Relegationsplatz entfernt. Bei 32 Punkten und Rang elf stehen der Mannschaft von Trainer Klaus Zistler endgültig noch fünf Endspiele ins Haus.
30 Minuten lang deutete auf dem TSG-Gelände unmittelbar neben dem gut besuchten Freibad nichts auf eine Freudenstädter Niederlage hin. Bei über 30 Grad Hitze hatte die SpVgg das Spiel der TSG Tübingen gut zugestellt, Mario Wittich mit einem missglückten Schuss aus dem Hinterhalt (3.) hatte auch die erste Möglichkeit. In der 6. Minute geriet eine Flanke von Gerhard Melewzik auf Sebastian Braun etwas zu lang, Nach einer Viertelstunde lag der Ball zwar im Freudenstädter Netz, der Schiedsrichter hatte jedoch schon auf Abseits erkannt.
Das Spiel der Gastgeber war zu diesem Zeitpunkt extrem linkslastig. In der 30. Minute ein weiter Seitenwechsel auf David Birgel, der lange Tübinger Angreifer tauchte ganz frei vor SpVgg-Torhüter Lukas Betz auf, der in höchster Not noch zur Ecke klären konnte. Nach dieser viel versprechenden Aktion stellten die Platzherren ihr Spiel von Kurzpass auf lange Bälle um, und schon in der 35. Minute wurde Freudenstadt nach dem gleichen Muster im fremden Stadion zum 0:1 sträflich ausgekontert. Max Leibfarth hatte Gerhard Melewzik verladen, der noch Handspiel reklamiert hatte und den Tübinger laufen ließ.
Die Abstimmung und Rückwärtsbewegung zwischen Rico Finkbeiner, Ümit Dagistan und Melewzik stimmte in dieser Phase nicht. In der 37. Minute sah Melewzik erneut schlecht aus, was sich prompt in einer Gelben Karte niederschlug. In der 42. Minute vergab Freudenstadt ganz kläglich eine Freistoßchance, und dann ging alles ganz schnell. Ein weiter Ball auf die Melewzik-Seite, wo erneut ein Loch klaffte, Marcelo Rauscher war durch und schob frei stehend zum 2:0 für die TSG ein.
In der Pause reagierte Klaus Zistler, brachte mit Simon Schau und Timo Klaißle zwei neue Leute und stellte hinten auf eine Dreierkette um. "Wir haben uns in der Kabine nochmals Mut gemacht und es fing ja auch sehr gut an", blickte Zistler auf die 46. Minute, als sich Kapitän Sertan Daglar den Ball erkämpfte, Klaißle auf die Reise schickte, und der die noch unsortiert stehende TSG aufmischte. Der Anschlusstreffer zum 2:1 geht auf sein Konto, auch wenn Dominik Graf als letzter den Fuß am Ball hatte.
Diese Aktion dauerte gerade mal 29 Sekunden, die Hoffnung auf den Ausgleich währte etwas länger, auch wenn der letzte Druck auf das TSG Tor fehlte. Deren Aktionen waren deutlich gefährlicher. In der 51 und 54. (Kopfball Birgel) Minute musste sich Betz mächtig strecken, in der 59. Minute war er gegen einen Flachschuss ins lange Ecke von Birgel machtlos. "Da haben wir schlecht verteidigt, wir hatten zweimal die Möglichkeit den Ball wegzuschlagen", blickte Zistler auf die Vorentscheidung zurück.
Kurz danach sah Gerhard Melewzik nach einem Disput mit dem Linienrichter auch noch die die Rote Karte (61.), und in Unterzahl war bei dieser Hitze das Spiel gelaufen. Die Gastgeber mussten trotz einer Fülle von Möglichkeiten bis zur 82. Minute auf das 4:1 durch Pirmin Glück warten, Dominik Graf gelang auf schöne Vorarbeit von Patrick Möhrle in der 87. Minute noch eine Ergebniskosmetik.



