(vh/asa). Aus Sicht des Landesliga-Tabellenschlusslichts, den Sportfreunden aus Salzstetten, war die in den Schlussminuten verlorene gegangene Partie gegen den FC Gärtringen teilweise ein Spiegelbild der bisherigen Saison.

Wieder einmal wurde der bedauernswerten Hug-Truppe die Endphase einer Partie, wie zuvor schon in den Spielen gegen den SV Zimmern und die SpVgg Schramberg und jetzt auch gegen den FC Gärtringen, zum Verhängnis und kostete wertvolle Zähler. Da ist nur eine Petitesse, ob der entscheidende Treffer, wie im offiziellen Bericht vermerkt, in der 90., oder nach Ansicht von Trainer Andreas Hug sogar in der 92. Minute gefallen ist.

So fehlen den Waldachtälern bereits jetzt locker vier Punkte auf ihrem Habenkonto allein durch die Last-Minute-Gegentreffer. Vom Auftreten her konnte Salzstettens Trainer, der auf Grund der großen Personalnöte selbst auch wieder auf dem Spielberichtsbogen auftauchte, dann aber doch nicht eingreifen musste, seiner Mannschaft keinen Vorwurf machen: "Meine Mannschaft hat kämpferisch alles gegeben. Aber wir bekommen halt immer wieder solche Tore wie wir sie heute gesehen haben."

Dass da das geflügelte Fußball-Sprichwort bemüht wird, nach dem Mannschaften die unten drin stehen nicht gerade vom Glück verfolgt werden, ist nicht weiter verwunderlich. Speziell der erneute Ausgleichstreffer der Gäste zum 2:2 durch den verunglückten Kopfball des lang aufgeschossenen Salzstetter Innenverteidiger Pascal Spohn hauchte den Gästen neuen Lebensmut ein. Dabei hatte Spohn seine Mannschaft in der 36. Minute mit einem kuriosen Treffer aus großer Distanz in Führung gebracht. Der von Spohn abgegebene Freistoß landete an Freund und Feind inklusive des auch in dieser Szene indisponierten Gärtringer Torhüters Wolfgang Brodbeck für alle Beteiligten überraschend im Gärtringer Gehäuse, - der ursprünglich als Torschütze genannte Pascal Trick hatte das Leder nicht berührt.

Brodbeck war auch maßgeblich an der erneuten Führung der Gastgeber beteiligt, als er einen harmlosen Schuss von Steffen Kübler abklatschen ließ und übermotiviert sowie stark rotverdächrig Mario Kreidler in die Parade fuhr. Gärtringens Trainer Jörg Wieland wollte aber zur Leistung seines Kapitäns keine Stellung beziehen: "Die Mannschaft muss ihm in der jetzigen Situation helfen."

Auch Wieland wusste, dass seine Mannschaft mit einem blauen Auge davon gekommen war. Mehr als das holte sich der Ex-Nagolder Dominik Stikel, der sich nach einem übermotivierten Zweikampf mit Nico Piechotta eine Gehirnerschütterung und Brustquetschung zuzog. Auf Seiten der Heimelf mussten Florian Neuchel (Zerrung) und Mario Kreidler (Schienbeinverletzung) nach dem überharten Einsteigen des Gärtringer Keepers, die zum Foulelfmeter führte, frühzeitig ausgewechselt werden. Hug hofft, dass beide Spieler für das nicht minder schwere Spiel gegen den VfL Mühlheim wieder einsatzfähig sein werden und sein Team endlich einmal für ihren großen Einsatz belohnt wird.

Zumindest wieder etwas Moral holte sich die trotz des sportlichen Rückschlags mit einem großen Aufgebot aufgelaufene Mannschaft bei der kreisweiten Sportlerehrung am Sonntag im Freudenstädter "Martinique". Dort wurden die SF Salzstetten nicht nur für ihren Aufstieg noch einmal ausgezeichnet, sondern nahmen einen warmen Beifall der Teilnehmer als Aufmunterung mit.