Freudenstadt Fachwerkhaus steht in Flammen

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Foto: (sb/pz)

Freudenstadt - Gleich mehrere Notrufe gingen am Sonntag um kurz vor 7.30 Uhr bei der Leitstelle ein, schnell war die Feuerwehr auch am Brandort. Den Totalschaden durch den Vollbrand eines Fachwerkhauses in der Hölderlinstraße in Freudenstadt konnte sie allerdings nicht verhindern.

Verletzt wurde niemand. Der vierköpfigen Familie, zwei Jugendlichen und ihren Eltern, gelang es gerade noch, sich selbstständig aus dem bereits lichterloh brennenden Gebäude ins Freie zu retten. Die Bewohner kamen vorübergehend bei Nachbarn unter. Der Schaden an dem durch Feuer und Löschwasser unbewohnbaren Haus kann noch nicht beziffert werden. Die Polizei schätzt ihn jedoch auf weit über 150.000 Euro. Die Brandursache ist noch offen.

Um 7.24 Uhr ging bei der Feuerwehr der erste Alarm ein, und kurz darauf war die Freudenstädter Feuerwehr zur Stelle. Da stand das ältere Holzhaus jedoch schon voll in Flammen, wie Stadtbrandmeister Florian Möhrle gestern Morgen vor Ort mitteilte. Er leitete den Einsatz, an dem die Feuerwehrabteilungen Freudenstadt, Wittlensweiler und Dietersweiler mit insgesamt rund 80 Mann und ihrem "kompletten Fuhrpark" (Möhrle) – einem Dutzend Fahrzeugen – beteiligt waren.

Da die Gefahr bestand, dass die Flammen auf ein etwa zehn Meter entferntes Nachbarhaus übergreifen, tat die Feuerwehr etwas, das auf den ersten Blick für Laien unverständlich ist: Zunächst baute sie mit Löschwasser eine Riegelstellung zwischen den Häusern auf. Löschwasser wurde auf das Nachbarhaus gespritzt, damit das Gebäude gekühlt wird und nicht Feuer fängt. Erst danach wurde das brennende Haus gelöscht. Unter Einsatz der Drehleiter und von den angrenzenden Grundstücken entlang der Saarstraße aus bekämpfte die Feuerwehr den Großbrand in dem zweigeschossigen Einfamilienhaus. Nach wenigen Minuten waren mehrere Strahlrohre im Einsatz.

Auch das Gebäude hinter dem Fachwerkhaus war in Gefahr – dort schmorten durch die Hitze des Brands einige Rollläden. Zwei ältere, nicht gehfähige Bewohner dieses Hauses wurden wegen der starken Rauchentwicklung vorsorglich bei Bekannten untergebracht. Zum ersten Mal kam bei dem Brand die Drohne der Gebrüder-Gründler-Stiftung zum Einsatz. Mit ihr untersuchte die Feuerwehr das brennende Haus aus einer Höhe von etwa 50 Metern mit einer Wärmebildkamera.

Gegen 9 Uhr war das Feuer unter Kontrolle, und die Nachlöscharbeiten begannen. Mehrere Brand- und Glutnester waren zu bekämpfen. Um effektiver löschen zu können, öffnete die Feuerwehr die linke Fassadenseite des Hauses. Gegen Abend waren die Nachlösch- und Aufräumarbeiten beendet.

Das Rote Kreuz war mit rund 30 Mann im Einsatz. Die Helfer betreuten die Familie und versorgten die Einsatzkräfte mit heißen Getränken. Die neuapostolische Kirchengemeinde stellte Räume zur Verfügung, in denen die Einsatzkräfte vom Roten Kreuz versorgt wurden.

Auch Oberbürgermeister Julian Osswald und Bürgermeister Gerhard Link waren zur Brandstelle gekommen, um die Einsatzleitung zu unterstützen und der Familie, die ihr Hab und Gut verloren hat, zu helfen. Die Stadt bringt die vier Bewohner denn auch anderweitig unter.

Erst am Montag werden die Ermittlungen zur Entstehung des Brands aufgenommen. Gestern war dies laut Polizei noch nicht möglich. Die Ruine konnte nur mit Schutzausrüstung betreten werden.

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