(asa). Viel Lob kassiert derzeit der deutsche 3000 m-Hindernismeister Benedikt Karus (LG Badenova Nordschwarzwald) in den sozialen Netzwerken für seine Entscheidung, zugunsten einer Knochenmarkspende auf den Start beim ersten, bereits zur EM-Qualifikation zählenden Crossrennen in Pforzheim zu verzichten (wir haben bereits berichtet).

Während seines Medizinstudiums sei er vor rund eineinhalb Jahren mit dem Thema Typisierung konfrontiert geworden und habe dann "noch etwas unbedarft" daran teilgenommen. Seitdem werde er im Zentralen Knochenmarkspender-Register (ZKRD) geführt, so der 22-Jährige. Im August erhielt er die Nachricht, dass er der mit seinen Merkmalen passende Spender für einen jungen Krebspatienten sein könnte.

Die Entscheidung, für seine Knochenmarkspende eventuell auf die ersten nationalen und internationalen Höhepunkte der Cross-Saison 2012/13 zu verzichten, habe er dann ganz bewusst getroffen und auch nicht bereut, so Benedikt Karus, "immerhin beträgt bei einem jungen Krebspatienten die Heilungschance etwa 80 bis 90 Prozent." Auch der kleine Eingriff, bei dem ihm auf beiden Seiten des Beckens ein Knochenmark-Blut-Gemisch entnommen wurde, sei problemlos verlaufen. "Da sind nur zwei kleine Punkte übrig geblieben", so Karus, der auch schon nach zwei Tagen auf dem Ergometer saß. Nach weiteren Tagen der Schonung unternahm er gestern ein erstes leichtes Lauftraining, will sich im Hinblick auf das zweite EM-Qualifikationsrennen am 25. November in Darmstadt aber nicht unter Druck setzen. "Wenn ich mich gut fühle, werde ich dort laufen. Ansonsten habe ich mit der deutschen Meisterschaft im heimischen Dornstetten im Februar 2013 ohnehin noch einen Höhepunkt vor mir".

Zu diesem Zeitpunkt wird der deutsche Spitzenläufer vermutlich auch erfahren haben, ob seine Spende erfolgreich war. "Nach drei Monaten darf ich nachfragen, wie es dem 13-jährigen Krebspatienten geht. Und wenn beide Seiten das wollen, kann es nach zwei Jahren auch einen persönlichen Kontakt geben", so Benedikt Karus, der aus seiner jetzigen persönlichen Sicht eine Teilnahme an der Typisierung nur empfehlen kann: "Und das entnommene Knochenmark ist in vier bis sechs Wochen auch wieder vollständig nachgebildet." u Informationen zur Typisierung und Knochenmarkspende können im Internet unter www.zkrd.de/de/ abgerufen werden.