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Freudenstadt Eine ungewöhnliche Stadtgeschichte

Schwarzwälder-Bote, vom 03.02.2012 19:03 Uhr
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Erinnerungen aus der Kindheit: Viele Zeitzeugen waren bei der Einweihung anwesend und erzählten von ihren eigenen Erlebnissen aus den Nachkriegsjahren.  
Fotos: Eberhardt Foto: Schwarzwälder-Bote
Erinnerungen aus der Kindheit: Viele Zeitzeugen waren bei der Einweihung anwesend und erzählten von ihren eigenen Erlebnissen aus den Nachkriegsjahren. Fotos: Eberhardt Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Tina Eberhardt Freudenstadt. Mit der Dauerausstellung "Zweimal am Reißbrett geplant und aufgebaut: Die ungewöhnliche Geschichte Freudenstadts" wurde gestern Abend ein weiterer Teil des neu konzipierten Museums im Stadthaus eingeweiht.Den prägenden Jahren des Wiederaufbaus wird damit eine eigene Dauerausstellung im Ostsaal des Stadthauses gewidmet. Zahlreiche offizielle Gäste, Zeitzeugen, Leihgeber und Freunde des Stadt- und Kreisarchivs waren hierfür zu einer kleinen Feier zusammen gekommen. Unter ihnen auch Landrat Klaus Michael Rückert und der Vorsitzende des Heimat- und Museumsvereins, Alt-Oberbürgermeister Erwin Reichert. Musikalisch wurde die Feier von der Violinistin Mirjam Kettenhofen umrahmt.

"Der Wiederaufbau stellt ein zentrales Thema in der Stadtgeschichte Freudenstadts dar", betonte Bürgermeister Gerhard Link. Kreisarchivarin Karoline Adler fügte hinzu: "Man kann diese Stadt nicht verstehen, wenn man nicht weiß, dass sie zweimal am Reißbrett neu entstanden ist." Geschichte soll hier dokumentiert und lebendig gehalten, Besuchern und Touristen der besondere Charakter der Stadt zugänglich gemacht werden. Ein Dank ging daher an die vielen Zeitzeugen und Leihgeber, die die Ausstellungsplaner in ihrer Arbeit unterstützten.

Landrat Klaus Michael Rückert hob die enge Verflechtung von Stadt- und Landkreisgeschichte hervor und freute sich besonders über die jungen Vertreter der Schulen, die an der Feierstunde teilnahmen. Das Museum im Stadthaus steht seit 2009 unter gemeinsamer Trägerschaft von Stadt und Landkreis Freudenstadt sowie dem Heimat- und Museumsverein. Ein großer Dank ging an Ruth Dörschel, die Bürgermeister Link als "Mutter der Konzeption" vorstellte.

In der Ausstellung wird der Blick der Besucher durch "Zeitfenster" auf drei verschiedene Epochen der Stadtgeschichte gelenkt: die Vorkriegsjahre ab 1911, die Zerstörung der Stadt und die Zeit des anschließenden Wiederaufbaus. Nach dem Prinzip des "Storytelling" werden die historischen Abläufe durch die Geschichte zweier Kinder begleitet, deren Entwicklung, Erlebnisse und Gedanken die vorgestellten Fakten für die Besucher erlebbar machen. Die Geschehnisse in Freudenstadt werden dabei von wichtigen Daten aus der Weltgeschichte ergänzt.

Auch zum Mitmachen sollen die Besucher animiert werden. An einem Planungstisch können ambitionierte Gäste die Stadt mit Holzmodellen selbst wieder aufbauen. Mit einem Augenzwinkern forderte Karoline Adler die anwesenden Fachleute auf, ihr Geschick unter Beweis zu stellen – wozu sich diese nicht zweimal bitten ließen. In einträchtiger Harmonie und mit sichtlicher Freude bastelten Bürgermeister Link, Landrat Rückert und Bauamtsleiter Rudolf Müller Freudenstadt Häuserzug für Häuserzug wieder zusammen.

Bei einem anschließenden Empfang konnten die Gäste die neue Ausstellung erstmals besichtigen. Vor den Bildern aus vergangenen Tagen entwickelten sich angeregte Gespräche mit Zeitzeugen, die von ihren eigenen Erinnerungen berichteten. Offenbar hat die Ausstellung mit ihrer lebendigen Konzeption gute Chancen, auch zu einem Begegnungsort der Generationen zu werden. Der nächste Schritt in der anhaltenden Umgestaltung des Museums ist die Einweihung des Dachgeschosses am 12. Februar, dessen Sammlung vom Heimat- und Museumsverein in Eigenregie frisch geordnet und platziert wurde.

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