(asa). Man kann es drehen und wenden wie man will: Das 0:0 zwischen dem VfL Pfullingen und der SpVgg Freudenstadt kommt für beide Mannschaften einer gefühlten Niederlage ganz nahe.

Verlierer war aber im Kellerduell der Landesliga auch der Fußball insgesamt, denn der Hartplatz in Pfullingen ist dieser Liga einfach nicht würdig. Auf ihm fanden sich allerdings erstaunlicherweise die Gäste besser zurecht und hätten in der ersten Halbzeit bei den Chancen von Ümit Dagistan, Sebastian Braun und Rico Finkbeiner in Führung gehen können, "oder eigentlich sogar müssen", wie Trainer Jens Bertiller beklagte.

Das mehrfach in der Luft liegende 0:1 hätte sicherlich auch die bereits mit Händen zu greifende Verunsicherung der Gastgeber noch verstärkt, deren Interimstrainer Andreas Schrade daher über den torlosen Spielstand zur Pause sicherlich heilfroh war. Dass schon zwei Minuten nach Wiederanspiel seine Hoffnungen sogar auf einen Sieg deutlich anstiegen, war einer gelb-roten Karte gegen Innenverteidiger Eugen Remmel geschuldet. Er leistete sich zunächst nahe der Strafraumgrenze ein Foul an Sven Bahnmüller, von dem man im Freudenstädter Lager schon befürchtete es werde mit Rot geahndet, da Remmel in dieser Situation der letzte Mann war. Schiedsrichter Jan Pesch zückte aber "nur" Gelb, schickte dann aber sofort eine zweite Verwarnung wegen Ballwegschlagens nach und schickte den SpVgg-Defensivakteur folgerichtig doch vom Platz. Eine Sperre aber bleibt Remmel damit erspart, der sowohl im defensiven Mittelfeld als auch in der Innenverteidigung einsetzbar ist und jetzt auch das nächste schwere Spiel in Rottweil bestreiten kann.

Umgestellt hatten die SpVgg-Trainer Jens Bertiller und Sergej Steblau in Pfullingen übrigens nicht nur im hinteren Mannschaftsteil. Nach vorherigen Spielbeobachtungen hatte sich das Duo entschieden, auf zwei Stürmer zu setzen und schon Sebastian Braun nach ganz vorne an die Seite von Patrick Möhrle zu stellen. Beendet wurde die Partie aber dann doch nach dem Platzverweis wieder mit einer einzigen Spitze, und die hieß nach seiner Einwechslung nach der Halbzeit Dominik Graf. Dem blieb dann der Lohn für eine sehr engagierte Leistung in den zweiten 45 Minuten in Form eines Torerfolgs versagt. Vielleicht hat er sich sein Erfolgserlebnis aber für Rottweil aufgehoben.