Von Arno Schade

Eine fast zwölfjährige Zusammenarbeit geht zu Ende, ab dem 1. Januar 2013 wird es die LG Badenova Nordschwarzwald unter diesem Namen nicht mehr geben. "Eine sehr erfolgreiche Zeit", resümiert Trainer Jörg Müller, der auch für die Folgejahre die sportliche und finanzielle Basis für weitere Erfolge der Leichtathleten aus Dornstetten und Umgebung gesichert sieht.

Wie sich die Leichtathletik-Gemeinschaft mit Athletinnen und Athleten aus Dornstetten, Loßburg und Bad Wildbad zukünftig nennen wird, hänge vom erfolgreichen Abschluss derzeit noch laufender Verhandlungen ab, so Müller. Dass man den eingeschlagenen Weg weiter verfolgen könne, sei aber sicher. Mit der finanziellen Unterstützung seitens des TV Dornstetten und aus Bad Wildbad sowie durch fest stehende Sponsoren könne man den Übungs- und Wettkampfbetrieb aufrecht erhalten.

Und der habe sich in den letzten Jahren prächtig entwickelt, erinnert Jörg Müller an die Anfänge der Kooperation mit dem langjährigen Namenssponsor aus der Energieversorgungsbranche, der sich jetzt allein aus rechtlichen Gründen zurückziehen müsse. "Wo haben wir denn vor zwölf Jahren gestanden?" fragt der Trainer und "Macher" rhetorisch, "mit unseren paar Athleten, die allerdings schon ein gutes Niveau hatten." Derzeit besitzen 52 Läuferinnen und Läufer einen Startpass der LG Badenova Nordschwarzwald; rund zwei Drittel davon sind bei Wettkämpfen aktiv. Mit dem großen Talent Timo Benitz (Müller: "vielleicht ein Kandidat für die EM 2014), dem früheren Weltklasse-Hindernisläufer Damian Kallabis ("er wird im Seniorenbereich zusammen mit Frank Bruder und Thomas Gigl einiges reißen") und Dennis Messmer kommen im nächsten Jahr noch drei Verstärkungen hinzu.

Dabei blickt Jörg Müller ohnehin auf ein höchst erfolgreiches Jahr 2012 zurück, das gerade noch einen Höhepunkt bereit hielt. Mit der Nominierung von Domenika Weiss für das U23-Rennen der anstehenden Cross-Europameisterschaften wurde die deutliche Leitungssteigerung der zwischenzeitlich schon einmal weitgehend von der Bildfläche verschwundenen Athletin aus Mötzingen belohnt. Sie belegte beim letzten Qualifikationsrennen, dem Cross-Cup in Darmstadt den achten Platz im U23-Rennen.

"Ich hätte auch Elena Burkard und Benedikt Karus zur EM mitgenommen", meint Jörg Müller, zeigt sich aber auch nicht sonderlich überrascht, dass seine beiden Asse nicht im Aufgebot des Deutschen Leichtathletikverbandes für Budapest auftauchen. Wegen ihres USA-Studiums in San Francisco fehlte Elena Burkard, Kandidatin für die U23-Europameisterschaft 2013, bei den beiden Qualifikationsrennen in Pforzheim und Darmstadt.

Nach seiner Knochenmarkspende und dem Verzicht auf das erste Rennen im Cross-Cup lief Benedikt Karus am letzten Wochenende in Darmstadt auf Rang zehn. Der Medizinstudent setzte mit seinem Sieg bei den deutschen Aktiven-Meisterschaften über 3000 m Hindernis das Glanzlicht des Jahres aus Vereinssicht und will sich im nächsten Jahr ebenso wie Timo Benitz für die Universiade qualifizieren.

. Ebenfalls ganz hoch siedelt Jörg Müller die Leistung der 3 x 1000 m-Staffel mit Rico Loy, Alexander Pütsch und Benedikt Karus an, die mit ihren 7:09,91 min von Mönchengladbach den baden-württembergischen Rekord knackte und einen ganz starken vierten Platz in der deutschen Bestenliste einnimmt. Sehr gute 13:40,03 min lief Rico Loy in Stanford (USA) über die 5000 m. Damit war er in dieser Saison hinter Olympia-Teilnehmer Arne Gabius und EM-Teilnehmer Philipp Pflieger drittbester Deutscher. "Und nicht zu vergessen Britta Müller", so Jörg Müller, erreichte die routinierte Läuferin nach überstandener langwieriger Verletzung bei den Berglauf-Weltmeisterschaften doch unter anderem einen vorderen Platz mit der deutschen Frauenmannschaft.

Kein Wunder, dass man bei der LG Nordschwarzwald auch die Ziele für 2013 hoch hängt. Gleich einmal zuschlagen sollen seine Läuferinnen und Läufer nach den Vorstellungen von Jörg Müller bei den auf heimischem Terrain in Dornstetten ausgetragenen deutschen Cross-Meisterschaften im Februar. Diese Veranstaltung will man zudem nutzen, im Umfeld um Kleinsponsoren zu werben und die Gründung eines Freundeskreises Dornstetter Geschääftsleute voran zu treiben, der das Läuferprojekt kontinuierlich unterstützen soll.