Freudenstadt Die Titelverteidigung im Visier
Schwarzwälder-Bote, 01.08.2012 17:01 Uhr
Susi Fortun-Lohrmann will den Titel. Foto: tvbFoto: Schwarzwälder-Bote
Susi Fortun-Lohrmann ist Europameisterin und Deutsche Meisterin und deshalb auch Topfavoritin bei den Tennis-Europameisterschaften 35+ vom 2. bis 5. August in Baiersbronn.Auch dieses Jahr will die gebürtige St. Georgenerin wieder voll durchstarten und freut sich auf das Tennisturnier nahe ihrer Heimat.
Auf der brandaktuellen Weltrangliste 35+ wird sie nicht mehr an Nummer eins geführt, aber nur, weil die Europameisterschaften im vergangenen Jahr früher stattfanden und das Ergebnis inzwischen gelöscht wurde. An ihren Konkurrentinnen, besonders der ebenfalls in Baiersbronn aufspielenden aktuellen Weltranglistenzweiten Sefanie Kolar, wieder vorbeizuziehen, dürfte für Susi Fortun-Lohrmann besondere Motivation sein.
Sie reisen als Titelverteidigerin nach Baiersbronn. Da kann es doch nur ein Ziel geben, oder?
Ja klar, mein Ziel ist es, auf jeden Fall den Erfolg aus dem Vorjahr zu wiederholen und die Europameisterschaften nochmals zu gewinnen. Aber ich glaube, dass es dieses Mal schwieriger wird. Es nehmen zwar nicht mehr so viel Spielerinnen teil, aber das Feld ist ausgewogener als letztes Jahr. Damals waren auch zwei, drei schwächere Spielerinnen dabei.
Welche Spielerinnen sind dieses Jahr ihre Hauptkonkurrentinnen?
Mit Sicherheit wird Ana Salas-Lozano ein Wörtchen mitreden. Letztes Jahr habe ich sie im Finale nur hauchdünn besiegt. Auch meine Teamkameradin Stefanie Kolar ist natürlich eine gefährliche Konkurrentin.
Wer könnte Ihnen sonst noch auf dem Weg zur Titelverteidigung gefährlich werden?
Angelika Rösch ist eine ambitionierte Gegnerin. Sie war früher in den Top-100 der WTA-Rangliste, hat bis vor zwei Jahren in der Damen-Bundesliga gespielt und startet nach einer Babypause im Seniorenbereich wieder durch. Ich denke Ana, Stefanie, Angelika und ich, wir vier liegen sehr dicht beieinander.
Sie haben im vergangenen Jahr immer wieder betont, wie gerne Sie in Baiersbronn spielen und dass Sie es schön finden, dass die Europameisterschaften nun dort stattfinden. Liegt das nur daran, weil Sie als Schwarzwälderin ja quasi ein Heimspiel haben?
Natürlich ist es für mich immer wieder schön, nach Baiersbronn zurückzukommen. Ich war schon in meiner Jugend oft in Baiersbronn und habe dort meine Bezirksmeisterschaften gespielt. Aber nicht nur deshalb fühle ich mich dort sehr heimisch und auch nicht nur, weil ich dort den EM-Titel geholt habe. Der Umgang beim Turnier war immer sehr herzlich und es herrscht einfach eine tolle Atmosphäre. Allgemein finde ich es ganz toll, dass die EM in Baiersbronn stattfindet und das es Leute gibt, die sich die Arbeit machen, das Turnier auszurichten. Wie zum Beispiel der Herr Klumpp und der Herr Kappler, aber auch die vielen anderen Helfer, die so ein Turnier erst möglich machen.
Letztes Jahr hatten Sie einen ganz besonderen Talisman dabei. Wie sieht es dieses Jahr aus?
(lacht) Ja, mein Mann wird mich wieder begleiten. Das war lange unsicher, weil er eigentlich geplant hatte, zu dem Termin selbst bei den Deutschen Meisterschaften mitzuspielen. Aber er ist angeschlagen und hat sich dazu entschieden, mitzukommen. Er war ja schon letztes Jahr mein Glücksbringer und ich denke auch dieses Mal kann ich ganz gut einen gebrauchen.
Dann kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen, zumal Sie ja bei 35+-Turnieren inzwischen 39 Spiele in Folge gewonnen haben!
Ja, das stimmt tatsächlich. Ich habe nur bei meinem allerersten 35+-Turnier ein Spiel verloren und hoffe nun natürlich, dass ich die Serie zumindest für die nächsten drei Spiele fortsetzen kann. Nach den Europameisterschaften spiele ich noch ein oder zwei Turniere in der Altersklasse, ab dann werde ich in der Klasse 40+ antreten. Noch besser wäre es natürlich, wenn die Serie bis ganz zum Schluss halten würde. u Fragen von Stephan Schneider



