Kreis Freudenstadt Ansturm auf HOR ebbt etwas ab

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FDS oder HOR? Jochen Gaiser, Teamleiter der Zulassungsstelle im Landratsamt, mit Muster-Nummernschildern. Foto: Rath

Kreis Freudenstadt - Nostalgie-Trip oder sichtbares Bekenntnis zur eigenen Herkunft: Seit drei Jahren gibt es das Alt-Kennzeichen HOR wieder im heutigen Kreis Freudenstadt. Rund 7000 Fahrzeuge sind damit mittlerweile auf der Straße.

Genau gesagt, waren es 6960 Fahrzeuge zum Stichtag 31. Dezember 2016. Dies teilt das Landratsamt Freudenstadt auf Anfrage unserer Zeitung mit. Zum Vergleich: Zum Stichtag waren insgesamt 105 978 Kraftfahrzeuge im Kreis zugelassen, Mofas und Mopeds nicht eingerechnet. Die Quote der HOR-Nummern beträgt damit 6,6 Prozent.

Anteil liegt bei 6,6 Prozent

Laut Landratsamt sei der anfängliche Ansturm mittlerweile etwas abgeflacht. Gleich im ersten Jahr nach der Wiedereinführung – Start war im Dezember 2013 – hatten sich 3563 Einwohner ein HOR-Kennzeichen geholt, zum Jahresende 2015 war die Zahl auf 5584 gestiegen.

Die meisten Fahrer mit Alt-Kennzeichen wohnen erwartungsgemäß im östlichen Teil des Landkreises, die breite Masse mit 5266 direkt in Horb oder in den Stadtteilen. In Empfingen sind 300 Fahrzeuge mit HOR-Nummer registriert, in Eutingen 702. Die restlichen 692 Alt-Kennzeichen verteilen sich auf die anderen Städte und Gemeinden im Kreis, laut Landratsamt "allen voran" Waldachtal mit 222 Fahrzeugen. Schlusslicht sei Wörnersberg mit zwei HOR-Zulassungen.

Die Wahl-Freiheit hatte ihren Preis. Monatelang zogen sich 2012 die kommunalpolitische Diskussionen um die Wiedereinführung von HOR hin, sie wurde teils heftig und emotional geführt. Im ersten Anlauf hatte der Kreistag einen entsprechenden Antrag noch abgelehnt. In der Folgezeit wurden alte Rivalitäten zwischen Horb und Freudenstadt gepflegt, andere hatten die Einheit des Kreises beschworen. Eine lokale Besonderheit? Mitnichten. Mit denselben Argumenten deckten sich seinerzeit die Befürworter und Gegner in Hechingen und Balingen ein.

Übrigens: Auch im Kreis Freudenstadt gibt es schätzungsweise noch etwa ein halbes Dutzend Fahrzeuge mit WOL-Kennzeichen, in Bad Rippoldsau-Schapbach. Es sind laut Jochen Gaiser, Teamleiter der Zulassungsstelle im Landratsamt Freudenstadt, noch echte Alt-Kennzeichen aus der Zeit vor der Kreisreform Mitte der 70er-Jahre. Die Gemeinde gehörte davor zum Kreis Wolfach, der aufgelöst wurde. Wer wollte, durfte sein Kennzeichen behalten – bis das Fahrzeug in die Schrottpresse wanderte oder den Halter wechselte. Was jetzt noch mit WOL unterwegs ist, dürften folglich vor allem Traktoren sein. "Die laufen ja praktisch ewig", so Gaiser.

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