
Freudenstadt. Vor Kurzem hat Ewald Walz seinen 85. Geburtstag gefeiert. Jetzt öffnet der Freudenstädter Maler aus diesem Anlass sein Atelier.
Vorwiegend Acrylbilder und Zeichnungen gibt es am Wochenende, 11. und 12. Februar, jeweils von 11 bis 17 Uhr in der Bodelschwinghstraße 26 zu sehen. Häufige Motive sind Szenerien und Gegenstände aus der unmittelbaren Umgebung des Künstlers, mal Gehwege, Garagen und Hausecken seines Wohnviertels, mal Pappschachteln, Blumentöpfe oder ein Jackett.
"Ästhetik des Alltäglichen" nannte sich folgerichtig eine Ausstellung im Landratsamt im Jahr 2005, und der langjährige Vorsitzende des Kunstvereins Oberer Neckar, Michael Zerhusen, warnt davor, Walz‘ Sujets als banal misszuverstehen: "Seine Beschaulichkeit meint weder Einkehr noch Erinnerung, sondern das Jetzt und Heute: intensives Beschauen und wachsendes Begreifen." Was den meisten unscheinbar anmute, "gewinnt im Blick und im Werk des Künstlers eine neue Tiefe".
Ewald Walz, am 19. Dezember 1926 in Betzingen bei Reutlingen geboren, studierte an der Stuttgarter Kunstakademie bei den Professoren Manfred Henninger und Walter Brudi Malerei und Buchgrafik. 1970 trat er in die Freudenstädter Künstlergemeinschaft "Quadrat" ein und machte sich schon bald einen Namen durch Linolschnitte, Monotypien und Plakatentwürfe. Walz etablierte sich als freischaffender Künstler und fand schließlich "nach einer langen grafischen Periode seinen Rhythmus als Maler", wie es 1993 in einer Rezension hieß.
Im selben Jahr gehörte er zu den Mitbegründern des Kunstvereins Oberer Neckar, dessen Aufbruchstimmung er teilte und unterstützte. Kollegen bewundern nach wie vor seine Kompetenz, sein klares Urteil und seine Lebensfreude, die weder ein Augenleiden bremsen konnte noch die Tatsache, dass der Kriegsversehrte inzwischen auf einen Rollstuhl angewiesen ist. Nach den Horber Ausstellungen "Es wird einfach nicht hässlich" (2006, Klostergalerie) und "Abenteuer Zeichnung" (2009, Raum für Kunst) ist das "Offene Atelier" am 11. und 12. Februar eine aktuelle Gelegenheit, Walz‘ Werk zu bewundern.