Freudenstadt Beratungsstelle fehlt

Schwarzwälder-Bote, 28.06.2012 21:06 Uhr

Betrifft: Psychologische Beratungsstelle Es ist bemerkenswert, dass es in Freudenstadt der "öffentlichen Hand" im Gegensatz zu anderen Landkreisen weder möglich ist, eine psychologische Beratungsstelle noch eine Anlaufstelle für von Gewalt betroffenen Frauen zu finanzieren. Ein trauriges Alleinstellungsmerkmal! Die Schließung der psychologischen Beratungsstelle in Freudenstadt erfolgte Ende 2006. Damalige Absichtserklärungen, bei dem stetig steigenden Beratungsbedarf sich um neue Möglichkeiten zur Unterstützung Hilfe suchender Menschen, Paare, Familien zu bemühen, blieben ohne Folgen und Taten. Jetzt ist es die auf ehrenamtliche Initiative hin entstandene Frauenhilfe, die um ihre Existenz ringt. Der auch dort steigende Beratungsbedarf braucht dringend eine angestellte Fachkraft für die Beratung, um weiterhin effizient arbeiten zu können. Das geht nur über verbindliche längerfristige finanzielle Unterstützung, nicht mit 3000 Euro einmaliger Zuwendung in einem Jahr. Ist Freudenstadt tatsächlich, wie Herr Kern zitiert wird, "tiefstes Entwicklungsland", was niedrigschwellige Beratungsangebote für Menschen in Not betrifft? Wir leben in einer Zeit knapper werdender öffentlicher Mittel. Wie werden diese verteilt, hier, in unserem Lebensraum? Die Begrenztheit des Möglichen erfordert immer wieder neue Auseinandersetzung über Werte und Prioritäten über die Verwendung vorhandener Ressourcen. Wo findet diese Auseinandersetzung unter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern statt? Wie mit den schwächsten Mitgliedern einer Gesellschaft umgegangen wird, ist Ausdruck der sozialen Kultur. Elisabet Poetzsch-Heffter Freudenstadt

 
 
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