Freudenstadt Alle Kämpfe vorzeitig durch Aufgabe beendet
Schwarzwälder-Bote, 25.06.2012 19:09 UhrVon Lothar Schwark
Nahezu voll besetzt waren die Zuschauerränge im Haus des Gastes in Alpirsbach, als die Loßburger Sportschule bei einer Fightnight erstmals Käfigkämpfe organisierte.
Bei der Mixed Martial Arts (MMA)-Veranstaltung wurden im 5,40 Meter messenden Käfigrund acht Kämpfe ausgetragen. Insgesamt waren jeweils zwei Runden mit je fünf Minuten vorgesehen. Allerdings wurden alle Auseinandersetzungen bereits in der ersten Runde entschieden.
"Unsere Teilnehmer sind keine hirnlosen Sportler, sondern Kämpfer, die sich mit Achtung und Respekt begegnen", betonte eingangs Moderator Karsten Haase. Insgesamt sind bei den Kämpfen 32 Verbotsregeln zu beachten. Stunden vor dem Wettkampf wurden die Wettkämpfer vom Ringarzt Dr. Matthias Schiefer aus Heidelberg genau untersucht. Neben dem Wiegen wurden die Athleten zudem einem Doping- und Drogentest unterzogen.
Bei den Kämpfen selbst, wurden angeschlagene Kämpfer noch im Käfig vom Ringarzt untersucht. Überwiegend entschieden sich die Kämpfe im Bodenkampf, wobei der unterlegene Sportler mit deutlichem Abklopfen seine Niederlage besiegelt.
Schon beim Gang zum Käfig wurden die Sportler kräftig angefeuert. Besonders heftig schallten Begrüßungsrufe durch den Saal, wenn Loßburger Athleten vom Sakura Dojo in den Ring schritten. In der Pause stellte der Moderator noch den Filmemacher Harold Woetzel vom Südwestrundfunk vor, der einen vielbeachteten Dokumentarfilm über Käfigkämpfe gedreht hat. "30 Jahre jünger würde ich mich eventuell einer solchen Mutprobe stellen", so Woetzel.
Für ihre Unterstützung bedankte sich Karsten Haase beim Tourismus-Direktor Helmut Held und dem stellvertretenden Bürgermeister Dieter Armbruster, der Alpirsbach "als offene Sportstadt" bezeichnete. Haase erinnerte zudem an die lange Geschichte des Kampfsports. Schon bei der antiken Olympiade 648 vor Christus wurde Pankration als Verbindung vom Ringen und Boxen eingeführt. Erich Rahn führte Käfigkämpfe ab 1919 ein, um unbesiegt im Jahre 1925 seine Sportkarriere zu beenden. 1980 lebte die Sportart in Holland wieder auf, um über die USA unter dem Namen Free- Figths 1990 wieder in Deutschland anzukommen.
Von sechs teilnehmenden Sakura Dojo-Kämpfern gewannen fünf ihre Wettkämpfe. Als Ringrichter fungierte Philip Brandt. Punktrichter waren Frank Rosenberger, Martin Stondzik und Astrid Brand. Der Malteser Hilfsdienst war vor Ort.
Die Ergebnisse (Sieger zuerst genannt): Turgay Ervidan (Mekonggym Ulm) gegen Kevin Walter (Sakura Dojo); Eduard Rath (Sakura Dojo) gegen Alex Macechin (Mekonggym Ulm); Andreas Mühlbayer (Shikon Schwenningen) gegen Mehmet Güven (Mekonggym Ulm); Eugen Pahev (Mekonggym Ulm) gegen Malsor Tafaj (Boxclub Schwenningen); Sergej Schattschneider (Sakura Dojo) gegen Engin Bahtiyar (Mekonggym Ulm); Christopher Ohngemach (Sakura Dojo) gegen Ramazan Okumus ( Mekonggym Ulm); Vadim Feger (Sakura Dojo) gegen Mehmet Karaca (Mekonggym Ulm); Daniel Talmon (Sakura Dojo)gegen Björn Lubach (Konstanz).



