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Freudenstadt AfD macht keine Werbung für Beatrix von Storch

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Der Schilderwald steht in Freudenstadt – nur von Beatrix von Storch ist nichts zu sehen. Foto: Werthenbach

Freudenstadt - Überall schießen in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs Plakate der Parteien wie Pilze aus dem Boden. Davon, dass Beatrix von Storch, immerhin stellvertretende Bundesvorsitzende der AfD, am 26. August nach Freudenstadt kommt, ist aber nichts zu sehen. Die Partei hat ihre Gründe.

Ein wenig ist es, wie wenn der Zirkus in die Stadt kommt: Die Tierschützer sind schon vorher da – und wenden sich – einem Automatismus gleich – mit ihrem Protest an die Presse. Im Fall der AfD machte am gestrigen Mittwoch das "Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus für Toleranz und Vielfalt" auf den Auftritt der prominenten AfD-Europaabgeordneten aufmerksam – und vor allem auf den Protest, zu dem der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Jungsozialisten aufrufen und dem sich das Bürgerbündnis anschließt.

Die AfD selbst gibt sich bislang eher zurückhaltend. Keine Plakate, keine Ankündigungen an die Presse. Lediglich auf Facebook ist beim AfD-Kreisverband Calw/Freudenstadt ein Hinweis auf die Veranstaltung zu finden: Von Storch spricht am Samstag, 26. August, im Kurhaus zum Thema "Scheitert die EU an ›uns‹?". Mit dabei sind der finanzpolitische Sprecher der AfD, Peter Boehringer, und der Bundestagskandidat der Partei im Wahlkreis Calw/Freudenstadt, Uwe Burkart. Los geht es um 19 Uhr. "Mitglieder, Förderer und friedliche Gäste sind herzlich eingeladen", heißt es noch im Kleingedruckten, und: "Aus Sicherheitsgründen sind Einlasskontrollen erforderlich."

Von einem gezielten Verzicht auf eine öffentliche Einladung will man bei der AfD nichts wissen. Ein Mitglied des Kreisverbands gibt am Telefon aber zu, die AfD habe in diesem Fall absichtlich nicht plakatiert: "Es wird ja immer Stimmung gemacht", sagt er, Plakate würden beschmutzt und abgerissen. "Aus diesem Grund sagen wir, wir halten’s erst mal zurück."

Der Termin stehe zwar schon länger fest, nicht aber die Details, erklärt ein weiteres Mitglied der AfD im Kreis. Erst jetzt sei "alles rund". Flyer würden in den nächsten Tagen verteilt. Beide wollen namentlich nicht genannt werden, da sie keine offiziellen Sprecher des Kreisverbands seien. Der Zuständige, Roland Tischbein, befinde sich im Urlaub.

Beim AfD-Kreisverband gab es einen Wechsel. Heinrich Kuhn hat laut Mitteilung der Partei bei der jüngsten Mitgliederversammlung sein Amt als Vorstandssprecher aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung gestellt. Sprecher sind künftig Günther Schöttle aus Nagold und Roland Tischbein aus Horb, ihre Stellvertreter Klaus Dürr aus Wildberg und Uwe Burkart aus Calw.

Auch die Polizei bringt sich in Stellung

Unterdessen kam auf Facebook bei Gegnern der Rechtspopulisten die Frage auf, warum die Stadt Freudenstadt die Veranstaltung mit Beatrix von Storch nicht verhindert. "Die AfD ist eine Partei, die im Landtag sitzt und nicht als verfassungsfeindlich eingestuft ist", erklärt Patrick Birnesser, Pressesprecher der Stadt, auf Anfrage. Die Stadt habe keine Handhabe, die Veranstaltung zu verbieten.

Der Protest formiert sich. Unter dem Motto "Demonstration für Europa – gegen Beatrix von Storch" rufen DGB und Jusos zu einer Kundgebung am 26. August auf, die bereits um 18 Uhr auf dem Marktplatz beginnt. Redner sind unter anderem die SPD-Bundestagsabgeordnete Saskia Esken und der SPD-Kreisvorsitzende Gerhard Gaiser. Im Anschluss soll es einen Demonstrationszug vom Marktplatz zum Kurhaus und wieder zurück geben. Mit beidem wollen die Organisatoren "ein Zeichen gegen Rechts" setzen. Dabei werden sie vom "Bürgerbündnis gegen Rechtsextremismus für Toleranz und Vielfalt" unterstützt.

Die Demonstration sei bei der Stadt angemeldet, bestätigt Patrick Birnesser, und befinde sich im Genehmigungsverfahren. Reinhold Schwarz, stellvertretender Revierleiter der Polizei in Freudenstadt, geht davon aus, dass sie genehmigt wird. Aufgabe der Polizei sei es nun, dafür zu sorgen, dass die Veranstaltungen auf beiden Seiten reibungslos verlaufen. Dafür würden zusätzliche Kräfte beantragt. "Am Veranstaltungstermin sind wir präsent", kündigt Schwarz jedenfalls an. Er geht davon aus, dass der Auftritt von Beatrix von Storch mehr Aufmerksamkeit erfährt als bisherige Veranstaltungen der AfD in der Stadt.

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