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Freudenstadt Ab 17. November kann studiert werden

Simone Heinzelmann, vom 08.02.2012 10:01 Uhr
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Die Steinbeis Business Academy kommt: Freudenstadt wird ab November zum Studienstandort. Foto: AP
Die Steinbeis Business Academy kommt: Freudenstadt wird ab November zum Studienstandort. Foto: AP

Freudenstadt - Studieren in Freudenstadt? Ab November wird dies möglich sein, und zwar berufsbegleitend mit dem Abschluss Bachelor of Arts (B. A.) in Business Administration. Anbieter ist die Steinbeis Business Academy, ein Institutsverbund der Steinbeis-Hochschule Berlin."Wir sind glücklich, dass Steinbeis gerne diesen Studiengang anbieten möchte", betonte Oberbürgermeister Julian Osswald gestern bei der Vorstellung des neuen Studiengangs, hatte sich die Stadt doch bereits seit Jahren um eine Studienmöglichkeit vor Ort bemüht.

Den Kontakt zu Steinbeis hatte SPD-Stadträtin Daniela Sabjan, selbst Steinbeis-Studentin, hergestellt. Die Verhandlungen verliefen prompt erfolgreich. "Man hat uns überzeugt, dass Freudenstadt ein sehr guter Standort ist", so Birgit Gaida, Direktorin der Steinbeis Business Academy. Die für so ein Vorhaben benötigte Unterstützung durch Politik und Wirtschaft sei in diesem Fall gegeben. Wenn sich der Standort gut entwickle, dann könne auch über Master- und Promotionsstudiengänge gesprochen werden.

"Modular aufgebaut und flexibel gestaltet"

"Unsere Studiengänge richten sich ausschließlich an Berufstätige, setzen auf die praxisnahe, ergebnisorientierte Vermittlung von wissenschaftlich fundierten Lehrinhalten, sind modular aufgebaut und flexibel gestaltet", erläuterte Steinbeis-Bereichsleiter Ekkehard Biller. Präsenzseminare und selbst gesteuerte Lernphasen seien so aufeinander abgestimmt, dass die Studenten ihren Arbeitgebern nur an wenigen Tagen pro Jahr fehlen, so dass eine Berufstätigkeit in vollem Umfang möglich sei. Standortbetreuerin ist Elke Peters, Projektleiterin der Steinbeis Business Academy, die Interessierte zu Informationsveranstaltungen in Freudenstadt einlädt. Diese finden am 15. Februar, am 28. März, am 21. Mai und am 25. Juli jeweils von 18 bis 20 Uhr im Spielzimmer des Kurhauses Freudenstadt statt. Auch Einzelberatung ist möglich, Unternehmen können sich bei Interesse bei Elke Peters melden.

Das berufsbegleitende Hochschulstudium zum Bachelor of Arts (B. A.) in Business Administration ist auch ohne Abitur möglich. Das projekt- und praxisbezogene Studium schließt mit einem staatlich und international anerkannten Abschluss ab. Gewählt werden kann zwischen verschiedenen Vertiefungsrichtungen, die teilweise vor Ort, teilweise an Steinbeis-Standorten in der Nähe angeboten werden sollen: Umweltsysteme/Erneuerbare Energien, Tourismus Management, Business Management, International Management, Product Engineering, Fashion Management/Handel sowie Gesundheits- und Sozialmanagement.

Theorie und Praxis eng gekoppelt

Die Studiengänge richten sich insbesondere an Fach- und Führungskräfte aus Industrie, Handel, Handwerk und Dienstleistungsgewerbe in der gesamten Region. Beim betriebswirtschaftlichen Grundlagenstudium sind Theorie und Praxis eng gekoppelt. Die Präsenzseminare sind in der Regel freitags und samstags. Die Studienphasen dauern vier bis sechs Wochen. Im letzten dreiviertel Jahr wird die Abschlussarbeit verfasst und schließlich mündlich verteidigt.

Die Lehrkräfte für den neuen Studienstandort Freudenstadt stehen laut Steinbeis bereits in den Startlöchern. Die Räumlichkeiten müssen zum Teil noch gefunden werden. Start ist am 17. November. Mindestens 15 Studierende sollten laut Steinbeis zusammenkommen, um den Studiengang aus der Taufe zu heben. "Wenn wir 2012 nicht starten, müssen wir den Standort Freudenstadt begraben", machte Direktorin Gaida deutlich. Doch sie zeigte sich ebenso wie OB Osswald zuversichtlich, dass genügend Studierende Interesse haben. Und immerhin hatte Steinbeis – mit heute 42 Standorten in ganz Deutschland – laut Gaida bisher nur an einem Standort kein Glück, und da sei einer der Unterstützer abhanden gekommen. Sollten es in Freudenstadt zu Beginn etwas weniger Studierende sein als erforderlich, so Osswald, müsse man gemeinsam eine Lösung finden.

Für ihn ist das Steinbeis-Studienangebot eine wichtige Möglichkeit für Firmen, ihre Mitarbeiter vor Ort zu qualifizieren. Die Steinbeis-Hochschule sei für Mittelzentren wie Freudenstadt heute die einzige Chance, an ein Studium zu kommen, betonte das Stadtoberhaupt.

Weitere Informationen:
Steinbeis-Projektleiterin Elke Peters, Telefon 0176/ 49 62 00 00, E-Mail elke.peters@shb-sba.de, Internet www.steinbeis-academy.de

Kommentare (1)
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FEB
08
16:36 Uhr, geschrieben von Günther
Mentalitätsfrage
Viele Firmen im Kreis Freudenstadt kennen Akademiker leider höchstens als Ärzte, Juristen, Theologen, Lehrer und Ingenieure. Andere Fachrichtungen, wie Geistes- und Sozialwissenschaften (bspw. BWL, Kommunikationswissenschaften etc.), haben es eher schwer. Insbesondere wird die Arbeit wenig geschätzt und den Technikern ein zu hoher Stellenwert zugesprochen. Zuerst muss sich also die Mantalität vieler Firmen im Landkreis ändern, damit die Studiengänge nachgefragt werden. Zudem ist fraglich, ob man in einem "Abend-Studiengang" nebenher eine den normalen Hochschulen ebenbürtige Qualifikation erreichen kann. Auf jeden Fall ist es aber ein Schritt in die Richtige Richtung. Man muss nur sehr viel Überzeugungsarbeit leisten.
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