Kreis Rottweil - Nach der Vergewaltigung einer Neunjährigen in Fluorn-Winzeln ist die Betroffenheit weit über die kleine Gemeinde hinaus groß. Der festgenommene 17-Jährige hat inzwischen gestanden.

"Unbegreiflich", "der reinste Albtraum", "was geht in so einem Kopf vor?" - nicht nur auf der Facebook-Seite des Schwarzwälder Boten Rottweil äußern sich die Menschen in der Region fassungslos über die Vergewaltigung des neunjährigen Mädchens aus Fluorn-Winzeln.

Es wurde von dem 17-jährigen Schüler, ebenfalls aus der Gemeinde, am Fasnetsmontag mitten im Fasnetstrubel in dem Ort vergewaltigt. Dieser hat die Tat am Dienstag zugegeben, so die Auskunft von Frank Grundke, Pressesprecher der Rottweiler Staatsanwaltschaft. Montag auf Dienstag sei der Jugendliche polizeilich untergebracht gewesen, seit Dienstag befinde er sich aufgrund eines Unterbringungsbefehls in einer speziellen Jugendhilfeeinrichtung. Hier müsse er sich mit seiner Tat eingehend auseinandersetzen.

Ob der 17-Jährige, der im Dorfleben fest integriert war, unter Alkoholeinfluss stand, könne derzeit noch nicht gesagt werden. Dies werde die Blutauswertung zeigen. Mit dem Ergebnis rechnet Grundke in der nächsten Woche.

Es sei wahrscheinlich, dass innerhalb der nächsten sechs Monate die Verhandlung anstehe. Diese wird nichtöffentlich stattfinden, da der Täter noch nicht volljährig ist. "Das Jugendstrafmaß sieht in so einem Fall eine Jugendstrafe von bis zu zehn Jahren vor", sagt Grundke.

Bürgermeister: Situation sehr schwierig

Für die dörfliche Gemeinschaft sei die Situation sehr schwierig, so Bürgermeister Bernhard Tjaden. In Fasnetstimmung war am Dienstag beim Narrensprung niemand mehr, als die Nachricht ihre Runde machte. "Die Betroffenheit war in den Gesichtern zu sehen", sagt ein Zuschauer.

Eine Einheimische, die derzeit im Ruhrgebiet wohnt, hat von der Tat übers Internet erfahren. Hier soll der Vater des Mädchens sogar den Namen des Täters veröffentlicht haben. Mittlerweile sei dieser Eintrag allerdings wieder gelöscht worden.