
Fischerbach - "Bürgerstüble" und Schüler-Nachmittagsbetreuung sind gut angelaufen, die Nachfrage nach Hilfen im Alltag allerdings bleibt bislang verhalten: So fällt die Bilanz der Bürgergemeinschaft Fischerbach am Ende ihres Gründungsjahres aus.Sieben Monate besteht die Bürgergemeinschaft nun als Verein; seit gut fünf Monaten lädt das "Bürgerstüble" ins "Dach der Vereine" ein und steht das Bürgerkontaktbüro am selben Ort für private Hilfsangebote und -gesuche offen. Die Schülerbetreuung nahm mit Schuljahrsbeginn ihre Arbeit auf.
Letzteres Angebot mit Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, Spiel- und Bastelrunden sowie Aktionen im Freien wird derzeit von sieben Grundschülern montags bis donnerstags wahrgenommen. "Die Kinder sind zufrieden, die Betreuung macht Spaß, wie man auch von den Eltern hört", berichtet Bürgergemeinschafts-Vorsitzende Mechthilde Eisenmann; dies sei vor allem ein Verdienst der Betreuerinnen Sandra Zehnle und Manuela Dremsa.
Der monatliche Kaffeenachmittag im "Bürgerstüble" mit Musik- und anderen Unterhaltungsbeiträgen erfreue sich großer Beliebtheit. "Der Raum ist immer gut besetzt", so Mechthilde Eisenmann. "Was wir uns wünschen würden, wären auch mal ein paar jüngere Besucher; bisher sind die Senioren weitgehend unter sich."
Noch mehr auf sich aufmerksam machen müsse die Bürgergemeinschaft, wenn es um Alltagshilfen von Bürgern für Bürger geht: "Hier gibt es schon ein breites Angebot – von Babysitting und Hilfe beim Briefformulieren über Fahrdienste, Schneeschippen und Gartenarbeit bis zu Haustierbetreuung und Begleitung bei Arztbesuchen. Die Nachfrage aber ist noch recht dürftig." Haushaltshilfe beispielsweise nähmen bislang nur zwei Personen in Anspruch – wenn auch regelmäßig zwei- bis dreimal die Woche.
Einen Bedarf an solchen Diensten vermutet Eisenmann durchaus – nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen älteren Mitbürger. Doch scheuten sich vermutlich viele, nach Hilfe zu fragen: "Dienste anzubieten, fällt wohl leichter, als sie in Anspruch zu nehmen; da scheint die Hemmschwelle doch noch hoch zu hängen."
Dass die gegenseitigen Hilfen von Anfang an zum Selbstläufer würden, habe die Gemeinschaft freilich auch nicht erwartet, räumt die Vorsitzende ein: "So etwas entwickelt sich nicht von heute auf morgen, sondern muss im Lauf der Zeit in die Köpfe rein."
Nachdem das Bürgerkontaktbüro – seit einigen Wochen geleitet von Petra Krämer und Carmen Olbertz als Nachfolgerinnen von Andrea Merk und Cornelia Geiger – mittlerweile auch komplett ausgestattet ist, will die Gemeinschaft daher nun stärker die Werbetrommel für Bürgerhilfen rühren. "Wir werden im Amtsblatt und im ›Bürgerstüble‹ vermehrt präsent sein, damit wir mit der Zeit als ganz selbstverständliche Hilfe wahrgenommen werden."
Trotz verhaltener Nachfrage bei den Diensten von Bürger zu Bürger sei sie "für die relativ kurze Zeit des Bestehens" zufrieden mit der Entwicklung der Bürgergemeinschaft, so Mechthilde Eisenmanns Fazit. Im Mai mit 52 Mitgliedern gestartet, zählt der Verein inzwischen 120 Bürger. Im Jahr 2012 steht – neben Werbung – vor allem ein großes Vorhaben an: der Aufbau eines häuslichen Betreuungsdiensts für Menschen mit Demenz. "Wir wollen hier einen Helferkreis schaffen und die Teilnehmer entsprechend schulen", blickt die Vorsitzende voraus.
Weitere Informationen: www.bg-fischerbach.de im Bürgerkontaktbüro unter Telefon 07832/9 74 09 88 oder 0157/88 44 48 40, Fax 07832/9 74 32 54 oder E-Mail buergergemeinschaft@ fischerbach.de.