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Fischerbach Große Schritte für Versorgung im Ort

Schwarzwälder-Bote, vom 05.01.2012 09:00 Uhr
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Auch im Baugebiet Karl-May-Weg geht es 2012 voran: Nach dem Abschnitt II (Foto) soll alsbald der Abschnitt III erschlossen werden. Foto: Schwarzwälder-Bote
Auch im Baugebiet Karl-May-Weg geht es 2012 voran: Nach dem Abschnitt II (Foto) soll alsbald der Abschnitt III erschlossen werden. Foto: Schwarzwälder-Bote

Fischerbach. Mit Bürgergemeinschaft und Energiegenossenschaft gründeten sich zwei Gruppen, die die "Sonnenterrasse" für die Zukunft rüsten wollen; der Rat stellte die Weichen fürs Gesicht der Ortsmitte, und ein Dorf trauerte um seinen Ehrenbürger: Das Jahr 2011 brachte für Fischerbach mehrere einschneidende Ereignisse. In den kommenden zwölf Monaten sind im Dorf vor allem Planen und Bauen angesagt. Bürgermeister Armin Schwarz gibt im SchwaBo einen Rück- und Ausblick.

Was gehörte für Sie 2011 zu den wichtigsten Ereignissen in Fischerbach?

Die neu gegründete Bürgergemeinschaft bildet ein wichtiges Puzzleteil, das zur Grundversorgung noch fehlte. Dass die privaten Hilfsangebote im ersten Jahr noch nicht so stark nachgefragt wurden, überrascht mich nicht allzu sehr – die Fischerbacher sind eben ein bisschen abwartend und nehmen Hilfe erst in Anspruch, wenn es nicht mehr anders geht. Insofern bin ich zuversichtlich, dass das Interesse 2012 steigt. Der Grundversorgung dient auch das Rufauto als Erweiterung des Bürgerbus-Konzepts, womit hoffentlich der Start für ein barrierefreies Wohnen im Ort geschafft ist, das noch durch ein Mehrgenerationenhaus sei­ne Abrundung erfahren soll.

Der Ausbau des Radwegenetzes hat viele Verbesserungen gebracht, nicht zuletzt flankierende Schritte wie die Leerrohrverlegung für Breitband und erweiterte Straßenbeleuchtung sowie die Kinzigdeichsanierung. Ich bin guter Dinge, dass wir den Breitband-Ausbau 2012 dann auch umsetzen können. Baulich wurden zudem die Maßnahmen zur Kleinkindbetreuung vollendet, der Waldsteiner Weg saniert, die Renovierung der Aussegnungshalle begonnen und beim Martinshof eine Fotovoltaik-Anlage installiert. Wichtig war auch, dass die Gemeinde die ersten privaten Maßnahmen im Landessanierungsprogramm gefördert hat. Trotz schwieriger Finanzen sind wir bei den Investitionen ohne Kreditaufnahme ausgekommen, und es konnte auch ein Fehlbetrag aus dem Vorjahr endgültig gedeckt werden.

Ein weiterer Höhepunkt des Jahres bestand in der Gründung der Bürgerenergie-Genossenschaft – auch wenn in der jüngsten öffentlichen Sitzung deutlich wurde, dass das Vertragswesen noch ein wenig nachjustiert werden muss.

Gerade zu den Verträgen klangen in der Sitzung noch einige Bedenken durch. Wie groß ist die Gefahr, dass das Projekt daran scheitern könnte?

Ich bin überzeugt, dass der Vorstand der Genossenschaft diese Hinweise berücksichtigt. Wir sind jetzt bei 670 000 Euro an gezeichneten Anteilen und erhoffen uns von den bevorstehenden Infoveranstaltungen noch weitere Genossenschaftsmitglieder. Insofern rechne ich fest damit, dass wir die 25 Prozent Eigenkapital durch die Fischerbacher aufbringen – zumal auch noch die Gemeinde und die Firma Uma mit weiteren Anteilen hinzukommen werden. Unser großes Ziel ist weiterhin, dass die Wärmeabnehmer bis Sommer ihren Vertrag unterzeichnet haben.

Was ragte 2011 an unschönen Ereignissen heraus?

Von 15 Bürgern mussten wir Abschied für immer nehmen – eine hohe Zahl und viermal so viele wie 2010. Zu ihnen gehört unser Ehrenbürger Fritz Ullmann, womit wir nun leider keinen lebenden Mitbürger mit dieser Auszeichnung mehr haben. Erfreulich ist, dass seine im Januar 2011 bekannt gegebene Stiftung segensreich weiterwirken wird – und eine weitere Hilfe für unsere Senioren sein wird.

Nicht nur durch Todesfälle ist zudem unsere Einwohnerzahl geschrumpft: von rekordverdächtigen 1750 im Jahr 2010 auf nun wieder 1700. Das sind Schwankungen, die ich mir nicht erklären kann.

Welche Ziele wurden 2011 nicht erreicht?

Wir mussten einige Maßnahmen schieben, die man noch schieben konnte. So zum Beispiel die Sanierung der Gymnastikhalle in der Schule oder die Straßenbeleuchtung ins Vordertal. Da warten wir, bis wir im Haushalt wieder Spielraum haben, ohne einen Kredit aufnehmen zu müssen.

Was wird die Gemeinde 2012 sonst beschäftigen?

Unter dem Aspekt der zuletzt wieder rückläufigen Einwohnerzahl erscheint mir wichtig, dass das Verdichtungskonzept jetzt auf den Weg gebracht wurde. 2012 wird das Gebiet "Karl-May-Weg III" folgen, sodass im ersten Halbjahr alle derzeitigen ernsthaften Bauplatz-Interessenten bedient werden können. Für die neue Ortsmitte wird 2012 der Spatenstich erfolgen. Ein weiteres großes Projekt ist die Sanierung und Erweiterung des Hochbehälters. Leitungsarbeiten für eine verbesserte Wasserversorgung sind ja im Zuge des Radwegbaus bereits begonnen worden. Für den barrierefreien Panoramaweg sind die Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt und die Machbarkeitsstudie von Leader erstellt; wir müssen bei dem Projekt aber eine Pause einlegen, da wir einige Wegstrecken im Beschleunigten Zusammenlegungsverfahren (BZV) herrichten wollen.

Viele Wirtschaftsexperten sehen dem Jahr 2012 nur noch mit gedämpftem Optimismus entgegen. Was wird hier auf Fischerbach zukommen?

Ich rechne mit einem ertragreichen Jahr, zumal die Gewerbesteuer-Einnahmen bei uns nicht so stark den konjunkturellen Schwankungen unterliegen. Berücksichtigen müssen wir allerdings, dass unsere Gesamtverschuldung durch Grundstücks- und Immobilien-Ankäufe gestiegen ist. Daher wollen wir die Projekte unseres Entwicklungsprogramms "FISION" mit Augenmaß verwirklichen; in einer Haushaltsklausur im Januar werden wir alle noch ausstehenden Maßnahmen unter die Lupe nehmen und sie nach Priorität einstufen.

Die Fragen stellte Alexander Gehringer

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