Filderdialog S-21-Gegner sprechen von Monolog
Yannik Buhl, 18.06.2012 10:58 UhrLeinfelden-Echterdingen - Während sich der erste Filder-Dialog am Samstagnachmittag dem Ende zuneigte, kamen hinter der Filderhalle einige Hundert Stuttgart-21-Gegner zu einer Kundgebung zusammen. Zu der Gegenveranstaltung hatten der Verein Lebenswertes LE und die Initiative „Vaihinger für den Kopfbahnhof“ aufgerufen, um den Dialog „kritisch zu begleiten“. „Fildermonolog = lächerliche Alibiveranstaltung“ stand auf Transparenten. Andere forderten: „Die Fildern leben lassen!“
Christoph Houtman, Pressesprecher der Vaihinger Initiative, übte Kritik am Konzept des Filder-Dialogs. „Der Zweck erschließt sich mir nicht. Bei einem Dialog hören eigentlich beide Partner aufeinander“, sagte Houtman. Hier aber dürften die Vorgaben der Bahn nicht angetastet werden. Auch beim Vorgehen der Landesregierung sah Houtman Grund zur Beanstandung: „Sie verkauft uns den Filder-Dialog als neue Dimension der Bürgerbeteiligung, und doch durften sich Einzelbürger nicht anmelden.“ Ingo Mörl vom Verein Lebenswertes LE forderte: „Wir wollen keine Intercity-Züge durch Leinfelden-Echterdingen.“ Den geplanten Mischverkehr über S-Bahn-Gleise bezeichnete Mörl als „nicht akzeptabel“. Er sei nicht gut für die Stadt.
Rockenbauch: Kein Spielraum für Diskussionen
Einen weiteren Kritikpunkt sahen die Gegner des Projekts bei der Auswahl der Bürger. Auch mit der Verlängerung der Anmeldefrist für den neuen Termin hätten die Veranstalter nicht genügend Menschen erreicht. Dass sich die Bevölkerung nicht für den Filder-Dialog interessiere, zeige sich auch an der „mäßig besetzten Zuschauertribüne“, sagte Houtman. Der zeitliche Rahmen für die Behandlung der hochkomplexen Materie sei extrem knapp bemessen.
Auf die Störung des Filder-Dialogs habe man bewusst verzichtet, sagte Houtman. Es sei viel wichtiger, für Gegenöffentlichkeit zu sorgen. „Damit die Bürger wenigstens hier wirklich beteiligt sind.“
Der Stuttgarter SÖS-Stadtrat Hannes Rockenbauch bemängelte, dass die teilnehmenden Bürger nicht auf die Materie vorbereitet gewesen seien. Zudem, sagte Rockenbauch, der beim Filder-Dialog dabei war, habe es gar keinen wirklichen Spielraum für Diskussionen gegeben: „So sollte man nicht mit Menschen umgehen, die sich zum ersten Mal mit der Thematik auseinandersetzen.“




