
Von Jürgen Baiker Eutingen. Der CDU-Gemeindeverband hatte zur Hauptversammlung eingeladen. Die Vorsitzende Martha Mühlberger begrüßte und gab ihren Bericht ab.
Zunächst streifte sie die Politik im Bund. Zur Sprache kamen der Atomausstieg, die Energiewende, die Rente mit 67 und die Eurokrise. Die Energiewende sieht Mühlberger als richtig an, sie ist sich aber auch sicher, dass es gegen den Ausbau der Leitungen Proteste geben wird. Die Investitionsbereitschaft in den Netzausbau und die Speichertechnik sieht sie als dürftig an.
Zur Landespolitik meinte Mühlberger, dass Verkehrsminister Winfried Hermann einen Bahnhof bauen müsse, den er nicht wolle. Jedoch habe die Volksabstimmung gezeigt, dass nicht die Protestierer die Richtung bestimmten, sondern die Ruhigen. Für Hermann habe der Ausbau der Radwege Vorrang. Wenn schon keine Straßen, dann müsse der Schwerlastverkehr beschränkt werden, so ihre Forderung.
"Wann wird die Ortsumfahrung Schopfloch fertig?", lautete eine weitere Frage. Und: "Wir warten im Gäu auf eine gute Verbindung zur Kreisstadt und der Schwerlastverkehr durch Horb ist katastrophal", so eine weitere Feststellung.
Im Kultusministerium werde derzeit ein gutes und leistungsfähiges Schulsystem total verändert. Die Ministerin habe kein Gesamtkonzept, so die Meinungen der Lehrerverbände. Mangels Vertrauen bleibe der angebotene Sachverstand der Mitarbeiter im Kultusministerium ungenutzt. In Eutingen, stellte Martha Mühlberger fest, sei vor allem im Bereich der Kindergärten und dem Ausbau der Kinderbetreuung unter drei Jahren viel investiert worden. Arbeitskreise kümmerten sich um die Gestaltung der Zukunft der Gemeinde. Die Ortskerne müssten saniert und belebt werden. Wer lebe noch im Zentrum? Viele Häuser in Rohrdorf und in Eutingen (Hauptstraße) stehen leer.
Schriftführer Winfried Seele berichtete vom letzten Jahr. Kassierer Karl-Ludwig Mühlberger konnte eine ordentliche Kasse vorlegen. In der Diskussion setze er sich sehr kritisch mit der Arbeit von Bundeskanzlerin und Parteifreundin Merkel auseinander und beschrieb dies mit einem Kraftausdruck.
Die Entlastung nahm Alt-Bürgermeister Julius Schaffner vor, der den Leuten, die den Karren ziehen, seinen Dank aussprach – seien das doch immer weniger.
Bürgermeister Armin Jöchle berichtete aus dem Kreistag. Es sei nicht immer einfach. Frühere Grabenkriege hätten aber beiseite gelegt werden können. Es gelte, die im Bundesverkehrswegeplan liegenden Projekte voranzubringen, so auch den Bahnübergang Seewald und die Horber Hochbrücke. Grundsätzlich müsse die Verkehrsanbindung des Landkreises an die A 81 verbessert werden. Die Ortsumfahrungen Altheim und Eutingen seien im Kreistag auch Thema. Da doch Radwege entlang von Straßen führen sollten, meinte Jöchle, dass man Radwege bauen müsse, um damit zu Straßen zukommen.
Am Ende waren auch die Krankenhäuser im Kreis Thema. "Muss es sein, dass man in Horb für den Ausbau des Krankenhauses so viel investiert", fragte Werner Gsell. Jöchle erklärte dies mit der Einrichtung eines Medizinischen Versorgungszentrums. Es sei schwierig, Fachärzte auf dem Land zu halten oder zu bekommen.