
Von Martin Dold Eutingen. Nicht um die Verteilung von Knöllchen geht es der Gemeinde mit der Einstellung eines Vollzugsbeamten, vielmehr soll der Ortskern durch die neue Kurzzeitparkregelung an Attraktivität gewinnen – so der Tenor im Gemeinderat. Der Arbeitskreis Einzelhandel, informierte Hauptamtsleiterin Anne Mating, habe den Vorschlag der Parkregelung erarbeitet, da die bisherige Lösung von Seiten der Einzelhändler bemängelt worden sei. Zudem wünschten sich Kunden mehr Parkplätze in der Ortsmitte.
Mit der Einrichtung von Parkzonen für Kurzzeitparker (Parkdauer einer Stunde von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 18 Uhr) – unter anderem in der Markt- und Bergstraße, Pfarrgasse sowie an der Hauptstraße – sollen vor allem Dauerparker aus dem Ortskern herausgehalten werden. Zudem wird erwogen, das vorhandene Parkplatzangebot auszuweiten.
Die neue Parkplatzregelung sei bedarfsgerecht, befand Horst Niessner, und keineswegs ein Flickenteppich, wie dies Michael Platz in der Bürgerfragestunde moniert hatte. Er hatte sich dafür ausgesprochen, dass die Gemeinde Flächen im Ortskern erwerbe und zu Parkflächen umwandle. Bürgermeister Armin Jöchle nahm diese Anregung auf, allerdings müsse es auch vernünftige Konditionen für einen Kauf geben. Zudem brauche man im Ortskern auch Platz für Kinder und die Förderung des Wohnraums und könne nicht alles in Parkflächen umwandeln. Dem pflichtete Martin Zerrinius bei: "Der Ortskern sollte nicht durch Parkflächen zersiedelt werden".
Angelika Pfeffer gab in der Bürgerfragestunde zu bedenken, dass eine einstündige Parkdauer im Ortskern in manchen Fällen, wie beispielsweise bei Beerdigungen, zu kurz sei. Solche Fälle, entgegnete Jöchle, würden glücklicherweise nicht so häufig eintreten. Ein solcher Anlass komme vielleicht einmal pro Monat vor, deshalb wolle man nun nicht das komplette Parksystem ändern. Zudem könne man in einer Stunde einiges erledigen und der Umschlag an parkenden Kunden sei so höher als bei einer Zwei-Stunden-Regelung.
Nach einem Jahr sollen die Erfahrungen mit der neuen Regelung ausgewertet werden. Wenn man sehe, dass das Ganze dann nicht funktioniere, müsse es wieder überprüft und gegebenenfalls geändert werden.
Wasser in den Wein goss Anton Raible, der sich bei der Abstimmung enthielt: Er habe noch immer einen Parkplatz in Eutingen gefunden. Daher frage er sich, ob diese Zone notwendig sei. Für die Ladengeschäfte gebe es mit der neuen Regelung eine bessere Erreichbarkeit, betonte Jöchle. Und mit einem leicht sarkastischen Unterton: Man werde die Zone nun beantragen, wenn aber in zwei Wochen bereits eine Unterschriftenliste dagegen vorliege, werde man das Vorhaben nochmals überdenken.
Auch für die Dauerparker sollen Lösungen gefunden werden. Mögliche Parkflächen könnten für diese unterhalb der Kirche, in der Stuttgarter und Schillerstraße sowie in der Pfarrgasse entstehen. Die Grünfläche hinter dem Rathaus soll zunächst nicht angetastet werden. Gleiches gilt für die Grünfläche oberhalb des Rathauses, wo es eine Anfrage für eine Freiluftbewirtung gibt.