
Von Harald Mattenschlager Eutingen-Weitingen. Eine völlig neue Richtung schlug der Ortschaftsrat hinsichtlich des Gefallenenehrenmals auf dem Friedhof ein. Das Thema beschäftigt den Ortschaftsrat schon länger.
Die hinter den Glasbausteinen in der Aussegnungshalle eingeklebten Buchstaben mit den Namen der Gefallenen des zweiten Weltkriegs fallen zunehmend ab, so dass die Namen teils nicht mehr zu entziffern sind. Bei professioneller Renovierung mit Namen wären rund 8000 Euro fällig, immer noch stattliche 4000 Euro ohne Namen. Mit rund 1000 Euro an Auslagen käme man aus, wenn man auf das Angebot eines Ortschaftsratsmitglieds zurückkäme, der alle Namen per Hand auf eine Tafel bringen will.
Zu dem aufgehängten Muster in der Aussegnungshalle gab es sehr positive Resonanz aus der Bevölkerung, so Ortsvorsteher Roland Raible. Allerdings brachte der Ortsvorsteher eine neue Variante in die Diskussion. Das Kriegerdenkmal mit den Namen der Gefallenen des ersten Weltkriegs bei der Kirche müsse in ein paar Jahren ebenfalls renoviert werden, so dass weitere Kosten auf die Gemeinde zukommen. Ein kleiner Ort wie Weitingen könne auf Dauer nicht zwei solcher Ehrenmale unterhalten.
Raibles Vorschlag war deshalb, das ältere Ehrenmal anzugehen. Ein Kostenvoranschlag wurde bereits in den Haushaltsausschuss eingebracht. "10 000 Euro hier und 8000 Euro auf dem Friedhof wäre zu viel", so Raible. Deshalb sollte eine große Steintafel mit den 46 Namen der Gefallenen des Zweiten Weltkriegs am Sockel des "Kriegers" angebracht werden.
Alexandra Schneider, Charlotte Kessler und Elisabeth Speiser haben das Alter der Gefallenen ermittelt, diese Daten sollen nach Möglichkeit mit auf die neue Tafel kommen. "Oft waren das ganz junge Kerle", so Hermann Nesch.
Diese kombinierte Lösung wäre vorteilhaft, denn die Ehrenmale wären im Ortskern zusammen gelegt, "hier laufen die Leute vorbei", so Hermann Nesch. Die Renovierung am Friedhof sollte nicht weiter verfolgt werden, eventuell könnte man eine kleine Tafel anbringen. Der von einem Ast abgeschlagene Gewehrlauf könne so bleiben, denn es würde viel Geld kosten, ihn wieder anzubringen.
Ute Markert meinte hingegen, wenn man renoviere, dann sollte alles wieder komplett sein. Zu beachten ist laut Raible, dass das Denkmal auf dem Grundstück der Kirchengemeinde steht, die ebenso wie das Denkmalamt beteiligt werden soll. Zu klären ist noch, was man am Volkstrauertag macht, da man die Gedenkstunde vor Jahren auf den Friedhof verlegt und mit dem Gräberbesuch verbunden hat.