
Von Martin Dold Eutingen. Nachdem es in den vergangenen Jahren um die Gemeindefinanzen düster bestellt war, gestaltet sich die Lage für 2012 deutlich freundlicher – den sprudelnden Steuereinnahmen aufgrund der brummenden Konjunktur sei Dank.Somit bleibt für 2012 wieder mehr Spielraum für Investitionen, wie Bürgermeister Armin Jöchle in seiner Haushaltsrede im Gemeinderat verdeutlichte. Eine schier unendliche Geschichte wird nun laut Haushaltsplan angepackt: Die Erschließung der Eichenbergstraße in Rohrdorf (468 000 Euro).
In Weitingen sind der Ausbau der Austraße und der Beginn der Erschließung des Baugebietes "Seite" (569 000) die größten Posten. Zudem ist der Ausbau des Kindergartens geplant (128 000). In Eutingen stehen für das Landessanierungsprogramm 379 000 Euro zur Verfügung, für den geplanten Gehwegausbau an der Haupt- und Stuttgarter Straße sind 278 000 Euro veranschlagt. Für die Feuerwehr wird die erste Finanzierungsrate über 60 000 Euro für den Gerätewagen Logistik bereit gestellt, der 2013 ausgeliefert werden soll. 200 000 Euro stehen für den Erwerb von Grundstücken zur Dorfentwicklung bereit.
Interessant für den SV Eutingen: Der Haushaltsplan stellt Mittel zur Verfügung für eine Planung zum Neubau eines Kunstrasenplatzes auf der Südseite des Talbachs mit einer möglichen Verlegung des Sportheims. "Das alte Sportheim und der Sportplatz beim Gerätehaus könnte für eine Nachnutzung für eine Seniorenwohnanlage oder als Einzelhandelsstandort überplant werden", so Jöchle.
Für den Ausbau der Ganztags- und Kleinkindbetreuung stehen 1,57 Millionen Euro zur Verfügung. Damit würde eine Betreuungsquote von 56 Prozent erreicht – und das, nachdem die Gemeinde heute bereits die höchste Betreuungsquote im Kreis hat. Die Personalausgaben steigen vor allem durch diesen Punkt um 160 000 auf 2,19 Millionen Euro. Im Gegenzug steigen die Landeszuweisungen für die Kinderbetreuung um 200 000 Euro.
Die Machbarkeitsstudie zur Verkehrsentlastung von Eutingen wird mit 5000 Euro fortgeführt, auch wenn in diesem Punkt derzeit der Kreis gefordert ist. Für die Standort- und Marktanalyse stehen weitere 7000 Euro zur Verfügung. Das bürgerschaftliche Engagement wird mit 12 000 Euro gefördert, was einer Steigerung um 9000 Euro entspricht. Unter dem Strich werden 3,83 Millionen Euro ausgegeben und damit rund 390 000 Euro mehr als im Vorjahr.
Die Finanzumlage an das Land sinkt um 120 000 auf 931 000 Euro. Die Kreisumlage sinkt um 151 000 auf 1,56 Millionen Euro.
Zur Tilgung von Krediten werden 315 000 Euro aufgewendet. Nachdem die Schulden seit 2008 von 2,17 auf nunmehr 3,1 Millionen Euro angewachsen sind, sieht der Haushaltsplanentwurf für 2012 keine neuen Schulden vor. Zum Jahresende soll der Schuldenstand 2,78 Millionen Euro betragen, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 512 Euro entspricht.
Zu den Einnahmen: Die Schlüsselzuweisungen des Landes tragen mit einer Verbesserung von 591 000 Euro zum guten Haushaltsentwurf bei. Diese Steigerung beruht allerdings darauf, dass Eutingen zu den drei steuerschwächsten Gemeinden des Kreises gehört.
Auch der Einkommenssteueranteil der Gemeinde steigt – und zwar um rund 120 000 auf 2,38 Millionen Euro. Die Gewerbesteuer – die sehr konjunkturabhängig ist – wird mit 800 000 Euro und damit um 250 000 Euro höher als im Vorjahr angesetzt.
"Trotz der Ausgabensteigerung verbleibt am Ende eine Zuführung des Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt von 1,01 Millionen Euro", so Jöchle erfreut. Das sei rund eine Million Euro mehr als das Rechnungsergebnis 2010 und neben der Rekordzuführung von 2008 die höchste Zuführungsrate der vergangenen zehn Jahre.