
Von Karl Stauß Eutingen-Rohrdorf. Die Bürger der Gesamtgemeinde und insbesondere die Einwohner von Rohrdorf können aufatmen. Die Firma G.E.D hat ihren Bauantrag über die geplante Aufbereitungsanlage für Mineralstoffe im Laufe des Montags zurückgezogen.
Zusätzlich hat der Ortschaftsrat bereits zum zweiten Mal einstimmig die geplante Ansiedlung des Mineralstoff-Recyclers abgelehnt. Ortsvorsteher Rolf Walddörfer gab nach der Abstimmung ein Schreiben der Firma G.E.D, adressiert an Bürgermeister Armin Jöchle, bekannt, dass die Firma aufgrund der vielen Einwendungen das Projekt nicht weiter verfolgen werde.
Vera Naumann sagte zu Beginn der Sitzung, von den 578 Wahlberechtigten in Rohrdorf habe es 315 Unterschriften gegen das Projekt gegeben. Dies seien 53 Prozent der Wahlberechtigten, was ein großer Erfolg für die Bürgerinitiative und ein beeindruckendes Ergebnis sei.
Insgesamt lehnten 537 der 3983 wahlberechtigten Bürger – überwiegend aus Rohrdorf, Eutingen und Göttelfingen – mit ihrer Unterschrift das Vorhaben ab. Auch Vereine wie der NABU, Firmen und Unternehmer sprachen sich dagegen aus. Damit ist auch ein Bürgerentscheid, den Vera Naumann vorschlug, vom Tisch. Hierzu hätten mindestens zehn Prozent der Wahlberechtigten der Gesamtgemeinde einen Bürgerentscheid beantragen müssen – eine Zahl, die locker erreicht worden wäre, nimmt man die Unterschriften als Grundlage.
Die von den Bürgern abgegebenen Stellungnahmen wandten sich ausschließlich gegen die Ansiedlung des Gewerbebetriebes, da dieser Lärm, Staub, Erschütterungen und andere Emissionen mit sich gebracht hätte. Infrastruktur und Wohnqualität wären beeinträchtigt worden, wurde bemängelt, und es hätte eine deutliche Zunahme des Lkw-Verkehrs in allen Ortsteilen gegeben, was nicht zumutbar sei. Kurzum: Nachteile und Risiken bei der Ansiedlung wären wesentlich größer als die Vorteile des Projektes.
Der Ortschaftsrat befürwortete einstimmig die Variante 2 zur Ablehnung des Projektes. Aufgrund der Widerstände wird die Ansiedlung der Firma G.E.D nicht weiter verfolgt. Der vorhabenbezogene Bebauungsplan mit Durchführung und Erschließungsplan soll aufgehoben werden, lautete der Vorschlag zur Variante 2. Gemeinderat Herbert Herzog wie auch die anderen Ortschaftsräte waren erfreut, dass die Einwohner die Ablehnung des Vorhabens mittels Unterschriftenaktionen unterstützt hätten, das Projekt abgelehnt hätten und es nun praktisch vor dem Aus steht.
Kommentar