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Eutingen-Göttelfingen - Die Fasnet regiert im ganzen Land. In Göttelfingen hat sie in diesem Jahr richtig viel zu tun. Erst feierte die "Luschdige Bruat" mit großem Hallo ihr 25-jähriges Bestehen, vor wenigen Tagen wurde der Ehrenvorsitzende der Narrenzunft, Ludwig Katz, stolze 90 Jahre alt und am Freitagabend hauten die "Hopfenzopfler" bei ihrem großen Geburtstagsball so richtig auf die Pauke.
Seit 20 Jahren zopfeln sie nun das grüne Gold von der Dolde und ihre Schlachtruf: "Hopfa-Zopfla, Stiel dra lau, wer’s et ka, soll’s bleiba lau" wurde rasch zum Motto des Abends.
Narrenchefin Conny Kern und ihr Stellvertreter Heinz Röhm, die gute Seele des Vereins, wie er vom Boss der benachbarten Narrenzunft aus Hochdorf, Sven Katz, genannt wurde, führten in lockerer Weise durch die Veranstaltung und standen mehr als einmal im Fokus derber Späße, die ihnen die Gastzünfte spielten. So darf der arme Heinz Röhm dieses Jahr in Talheim beim Umzug als Hochdorfer Erdmännle mitmarschieren, nur weil er zum eigenen Zunftball fünf Minuten zu spät kam.
Aber die Hopfenzopfler ließen ihren Vize nicht im Konfetti-Regen stehen und schnappten sich den Hochdorfer Narrenchef, der den ganzen Abend über im Originalhäs der Hopfenzopflerinnen mit dem Bauchladen herumrennen durfte, um Schnaps und andere Stimmungsaufheller an die Frau und den Mann zu bringen. Oberzopflerin Heike Raible begleitete ihn und kassierte die Einnahmen aus diesem Verkauf ab, da dieses Geld der Kinderkrebshilfestation in Tübingen zugute kommt.
Eröffnet wurde die Veranstaltung mit dem Einmarsch der Gastgeber, die mit Mohopsern, Garde, Clowns und den Zopflern selbst die Bühne stürmten und mit Beifall empfangen wurden. An ihrem Jubiläumsabend gab es für die blaugekleidete Truppe keine Ausrede mehr – sie mussten ihren Brauchtumstanz vorführen. Dies taten sie temperamentvoll, gut gelaunt und am Schluss war der Hopfengraten voll. Diesmal nicht mit gezopfeltem Hopfen, sondern mit den Hintern der weiblichen Tänzerinnen, die im Korb landeten. Die Gardemädchen der NZ legten anschließend eine flotte Sohle aufs Parkett und dann hieß es für die meisten Mitglieder der Narrenzunft zurück an die Bar, die Küche oder die Getränkeausgabe, denn die vielen Gäste wollten alle bestens bewirtet werden.
Für die Unterhaltung sorgten dann die Gastzünfte, die es sich nicht nehmen ließen, mit den Zopflern Geburtstag zu feiern. Den Anfang machten die Nachbarn aus Hochdorf, die bei ihrem Hexentanz ein Geheimnis offenbarten. Um Hochdorf herum muss ein Zauberkraut wachsen, das aus schaurigen Hexen hübsche junge Mädchen macht. Leider hielt die Zauberkraft des Krautes nicht lange, denn die Hexen verwandelten die Mädchen schnell wieder in den Urzustand zurück. Dettenhausener Brauchtum sieht ähnlich aus und die tanzenden Schwarzwaldmädels aus Vollmaringen machten Werbung für die schöne Gegend und für den Showtanz.
Fetzig wurde es immer dann, wenn die Gugga-Musiker – egal ob die "Luschdige Bruat", die "Noda Quäler" der Narrenzunft Altingen oder die NZ-eigene Starkapelle "Schwoba Rebella" – mit Blechinstrumenten und Trommeln ein Feuerwerk der guten Laune abbrannten. Der Sound der tollen Tagen brachte die Stimmung in der Halle jedesmal zum Überkochen.
"Das war Spitze und das sieht man nicht alle Tage", so der Kommentar von Conny Kern zu dieser tollen Geburtstagsfeier der "Hopfazopfler".