Von Alexandra Feinler Eutingen. Hammerschläge waren zu hören, es wurde gesägt, gebaut und umgestaltet. An diese Knochenarbeit erinnern sich die ehemaligen Zunfträte und Mitglieder der Narrenzunft Eutingen noch heute. 45 Jahre ist es her, dass sie die untere Bar in der Festhalle ins Leben gerufen haben. Eine Kellerbar, wie es sie in der Region nur einmal gibt.

Die junge Narrenzunft Eutingen feierte nach der Gründung ihre Abendveranstaltungen in der Halle. Anfangs war die Bar in einer der Umkleidekabinen untergebracht. Da der Platz mit der Zeit ausging und das teilweise laute Treiben in der Bar die Akteure auf der Bühne störte, suchte die Zunft eine neue Lösung. Alt-Bürgermeister Julius Schaffner hatte nichts gegen den Vorschlag des Zunftrats. Dieser wollte das Stuhllager, das sich unterhalb der Festhalle befand, zu einer Kellerbar umbauen.

Ehemaliges Kellerlochwird umgebaut

"Doch das ehemalige Lager war eben ein Kellerloch und es stand viel Arbeit bevor", berichtet ein ehemaliges Zunftratsmitglied. Das Stuhllager wurde bis zum ersten Betonträger mit einer Holzkonstruktion aus Stützen und Spanplatten, die Franz Wolf organisierte, abgeteilt. Viel Holz für den Ausbau erhielt die Narrenzunft vom Holzwerk Dölker. Das Gasthaus "Lamm" stellte Tische für den Ausschank zur Verfügung.

Mit der Zeit erkannte die Zunft, dass eine feste Bartheke, die man nicht jedes Mal auf- und abbauen muss, viel Arbeit ersparen würde. Da Anton Ketterl Tannen zur Verfügung stellte, konnten die Stämme als Grundgerüst verwendet werden. Der Narrenrat fällte die Bäume und bearbeitete sie, die Äste blieben größtenteils dran. Sie wurden gekürzt und sollten den natürlichen Stil der Bar unterstreichen. In die Tischplatten auf der Ausschankseite bauten die Narrenzunftmitglieder Spülbecken ein. Für warmes Wasser sorgte ein Wasserboiler. Auch die Wände wurden teilweise mit Holz verkleidet oder in den Farben grün und gelb gestrichen.

Rechtecke, die ein örtlicher Maler in der Farbe der Narrenzunft anstrich, zieren die Kassettendecke. Die Dekoration, bestehend aus Lichterkette und Fasnetsbändeln, kamen mit der Zeit dazu. Damit die Gäste in der unteren Bar auch das Programm in der Halle mitverfolgen konnten, wurde eine Lautsprecheranlage installiert, die das Geschehen übertrug.

Bald bemerkte die Narrenzunft, dass das Interesse an der Übertragung nachließ, weshalb nun Fasnetslieder über die Anlage laufen. "Die Bar wurde gut von den Besuchern angenommen", erinnert sich ein Zunftratsmitglied an die Anfangsphase.

Deshalb forderte die Berufsgenossenschaft nach einigen Jahren, dass ein Fluchtweg in der unteren Bar eingerichtet wird. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte es nur die Haupteingangstür gegeben, die man über eine externe Treppe, die einige Stufen in die Tiefe führt, erreicht.

Um die Sicherheit zu erhöhen, spickte der damalige Zunftmeister Hans Teufel mit weiteren Helfern ein Loch in die Betonwand, wo eine Tür eingesetzt wurde. So entstand der hintere Ausgang.

Immer wieder wurden Neuerungen vorgenommen. Anfangs spülten die Mitglieder Gläser noch von Hand. Da es keine Wasserleitung gab, mussten sie das Wasser von weit her holen. Eine Wasserversorgung und Abwasserrohre wurden installiert. Heute erleichtert eine Spülmaschine die Bararbeit.

Gleich geblieben sind jedoch die Vor- und Nachteile der Kellerbar. Es gab Fasnetsbälle, da wurde die Festhalle wegen Überfüllung geschlossen. Dann war die untere Bar eine Alternative. Ebenso gab es aber auch Besucher, die keinen Eintritt bezahlen wollten und in der unteren Bar die Zeit abgesessen haben.

Das 45-jährige Bestehen der unteren Bar feiert die Narrenzunft Eutingen wie gewohnt, mit Partymusik während der ganzen Fasnetssaison 2013.