Von Peter Morlok Eutingen-Göttelfingen. Am Mittwochnachmittag nahm der CIA die fasnetstechnischen Geschicke in der Mohopser-Hochburg Göttelfingen in die Hand und veranstaltete den närrischen Senioren-Nachmittag. Freilich handelt es sich bei diesem CIA nicht um eine ausgeflippte Abteilung des gleichnamigen US-Geheimdienstes, sondern um die "Clowns in Action" Silvia Häfner und Dorothea Burtscher. Zusammen mit weiteren Helferinnen kümmerten sie sich liebevoll um die Senioren und feierten mit ihnen ausgelassen Fasnet im bunt geschmückten Gemeindesaal.

Schüsseln mit selbst gebackenen Fasnetsküchle standen ebenso bereit wie Kuchen und Kaffee gab’s gleich in zwei Variationen – "mit" Kaffee und "ohne" Kaffee, wie die koffeinfreie Ausführung scherzhaft bezeichnet wurde.

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Der CIA ließ es von Anfang an locker angehen. Die Senioren hatten genügend Zeit, sich über die aktuellen Geschehnisse im Gäu auszutauschen. Oft sind es die Kleinigkeiten aus der Nachbarschaft, die interessieren und nicht die "großen" Nachrichten des Weltgeschehens.

Bekannte Volksliederzur Einstimmung

Nachdem man das Kaffeekränzchen hinter sich hatte, ging es ohne Zögern ans närrische Eingemachte. Quasi als Aufwärmrunde wurden bekannte Volkslieder angestimmt. Mit der "Schwäbschen Eisenbahn" fuhr man stimmgewaltig "Hoch auf dem gelben Wagen" nach Kufstein, der "Perle Tirols".

In die Bütt stieg etwas später Else Wally als "Altledige, die einen Mann sucht". Ihr sei klar, dass "ein Mann recht geschickt ist, besonders jetzt bei dem kalten Wetter und vor allem dann, wenn man ledig und die eigene Hitz‘ schon lang beim Teufel ist". Dies sei mit ein Grund für ihre plötzliche Männersuche, bei der selbst die Hühneraugen mit Ausschau halten. Am besten solle der Auserwählte Stefan heißen. "Der Name tät mir schon gefallen, den kann man bei der Trauung so schön lallen". Über triebhaftes Verhalten sei man zwar raus, aber die Liebe ginge bekanntlich durch den Magen und da könne der neue Mann im Leben der Altledigen schon etwas Schonkost vertragen, so ihre weiteren Überlegungen, für die sie viele Lacher und reichlich Applaus erntete.

Auch Hermine Raible glänzte als "Frau Maier mit der gelben Unterhos‘ mit roten Rüschen dran" als stimmgewaltige Rednerin.

Sehr lustig war auch die Gerichtsverhandlung, bei der ein stummer Musiker die Fragen der Richterin durch Anspielen bekannter Melodien beantwortete. So erfuhren die Senioren, dass Hänschen-Klein Müller zur 17-jährigen Nachbarin Marina Schmitz rüber ging, die er nachts um halb eins auf der Reeperbahn kennengelernt hatte und dass da dann plötzlich ein Männlein im Walde stand. Etwas später hieß es "Ihr Kinderlein kommet" und da der stumme Knabe kein Geld hatte und als Musiker einem besonderen Gefahrenpotenzial hinsichtlich der Damenwelt unterlag, wurde er zwar freigesprochen, jedoch stellte sich in Bezug auf die Alimentenzahlung die Frage "Wer soll das bezahlen?", die mit Abspielen der Nationalhymne relativ schnell beantwortet wurde.

Einen besonderen Geburtstag galt es auch noch zu feiern. Der Mitbegründer der Göttelfinger Narrenzunft, Ludwig Katz, wurde am Sonntag 91 Jahre jung und deshalb gab‘s vom närrischen Seniorenvolk ein Ständchen für das Fasnets-Urgestein.