Rust - Caroline Noeding kann es gar nicht fassen. Sie schlägt die Hände vors Gesicht, als sie die Nachricht hört. Dann strahlt sie. Und trägt die Siegerkrone. Die 21 Jahre alte Studentin aus Hannover ist „Miss Germany 2013“. Sie setzt sich bei der Wahl in der Nacht zum Sonntag im Europa-Park in Rust bei Freiburg gegen 23 Konkurrentinnen aus der ganzen Republik durch und wird zur Schönheitskönigin gekürt. Sie ist nun ein Jahr lang offiziell die Schönste im ganzen Land. Und plant das Jahr auf dem Laufsteg: Ihr Mathematik- und Spanischstudium wird sie unterbrechen.

„Ich trage die Krone für Deutschland“, sagte die junge Frau, die mit langen blonden Haaren und blaugrauen Augen sowie ihrer Körpergröße von 1,74 Metern eine gute Figur abgibt. „Ich bin glücklich und stolz, mein Heimatland mit Schönheit und Charme repräsentieren zu dürfen. Und mit einem Lächeln im Gesicht.“

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Im Januar ist sie „Miss Niedersachsen“ geworden, nun entscheidet sie den deutschlandweiten Wettbewerb für sich. Vor einer Prominenten-Jury präsentiert sie sich, wie auch ihre Konkurrentinnen im Alter von 17 bis 25 Jahren, im Abendkleid und dann in Bademode.

Auf Glücksschuhen zum Sieg

Für das Schaulaufen der Schönen hat ihr die beste Freundin neue Schuhe gekauft. „Ich habe sie bei allen Wahlen getragen. Es sind meine Glücksschuhe geworden“, sagt die frisch gewählte „Miss Germany“. Im Publikum jubeln ihr ein Jahr älterer Bruder, die Mutter sowie der Vater, Chefarzt der Gynäkologie am Klinikum Großburgwedel bei Hannover. Ein Freund ist nicht dabei. „Miss Germany“ ist Single.

Die 21-Jährige ist in Hannover geboren und aufgewachsen, hat aber südamerikanische Wurzeln. Ihre Eltern kommen aus Peru und Kolumbien. „Bis ich fünf war, habe ich nur Spanisch gesprochen, danach bin ich zweisprachig aufgewachsen.“ Seit zwei Jahren studiert sie Mathematik und Spanisch. Französisch soll später dazukommen.

Mathematik und Sprachen liegen ihr

„Mathematik und die Sprachen waren in der Schule meine Lieblingsfächer.“ Heimwerken ist ihr Hobby. Ihre Ein-Zimmer-Wohnung in Hannover hat sie eigenständig tapeziert, die Schränke selbst gezimmert, das Bad und ohne fremde Hilfe gekachelt.

„Ich würde mich selbst als zielstrebig und ehrgeizig beschreiben“, sagt sie. Sie träumt von einer Tätigkeit als Moderatorin oder Schauspielerin. „Langfristig ist mein berufliches Ziel aber, Lehrerin am Gymnasium zu werden.“

Der Weg zu Siegerkrone und Schärpe führt für Noeding über den Laufsteg und vorbei an einer Prominenten-Jury. Dort sitzt unter anderem der frühere Fußballmanager Reiner Calmund. Er ist von der Siegerin überzeugt. „Sie hat was unterm Pony und nicht nur in der Bluse“, sagt der 64-Jährige. Schönheitschirurg Werner Mang, Jury- Mitglied neben Calmund, freut sich: „Sie ist natürlich schön. Bei ihr muss ich nichts operieren.“

Ex-Boxer Axel Schulz sieht es dagegen gelassen: „Sie könnte meine Tochter sein. Wie alle Frauen hier.“ Und einen Platz auf dem Laufsteg hatten sich 5115 junge Frauen beworben.

Für ihren Sieg erhält die neue „Miss Germany“ neben der Krone einen Sportwagen, Schmuck, Kleider sowie Reisen nach Zypern und auf die Nordseeinsel Borkum. Unterstützt wird sie von zwei Stellvertreterinnen: Vize-Königinnen sind die Abiturientin Jule Antea Walkowiak (17) aus Hamburg sowie die 17 Jahre alte Schülerin Sifa Cakarer aus Oldenburg in Niedersachsen.