
Von Lothar Herzog Eschbronn-Locherhof. Aufgrund des jüngsten Unfalls in Dunningen, bei dem ein zehnjähriges Schulkind angefahren und schwer verletzt wurde, waren fehlende Fußgängerüberwege in der Gemeinde erneut Gesprächsthema in der Sitzung des Gemeinderats. Ratsmitglied Wolfgang Auber bekräftigte, dass dieser Fall deutlich mache, wie wichtig ein Zebrastreifen in Locherhof und Mariazell sei. Er bat Bürgermeister Walter E. Ziegler, beim Landratsamt Rottweil nochmals eine Vorortbesichtigung zu beantragen. Schließlich sei Eschbronn die einzige Gemeinde im Landkreis Rottweil, in der es keinen Zebrastreifen gebe.
Ratskollege Manfred Schmieder, der sich in einer Sitzung im Oktober vergangenen Jahres, bei dem der Fußgängerüberweg ebenfalls ein Thema war, über die ablehnende Haltung des Landratsamts beschwert hatte, brachte einen Kreisverkehr im Bereich der Kreuzung "Mariazeller Straße-Friedhofstraße-Schönbronner Straße-Hochberg" in Locherhof ins Spiel. Ein solcher koste die Gemeinde zwar Geld, doch dadurch werde in diesem Bereich zwangsläufig langsamer gefahren und die Gefahr für überquerende Fußgänger werde sich wesentlich verringern. Auch der für den Straßenumbau erforderliche Platz sei vorhanden, so Schmieder überzeugt.
Die Gemeinde Eschbronn versucht schon seit vielen Jahren, allerdings bislang erfolglos, für die Ortsmitte in beiden Teilorten einen Fußgängerüberweg zu bekommen. Dies wurde von der Rottweiler Behörde nach Verkehrsschauen stets mit der Argumentation abgelehnt, dass zum einen das Verkehrsaufkommen in den Durchgangsstraßen zu gering sei und zum anderen es bisher nur wenige Unfälle gegeben habe.
Vor allem letztere Begründung bringt Schmieder auf die Palme: "Muss eigentlich erst etwas Schlimmeres passieren, ehe in Rottweil reagiert wird", kritisierte er. Nach seiner Ansicht variiere die Maßgabe, ab wann ein Zebrastreifen genehmigt wird, von Landkreis zu Landkreis. Obwohl zum Beispiel der Königsfelder Ortsteil Buchenberg im Gegensatz zu Locherhof und Mariazell kaum Durchgangs-, sondern überwiegend nur Anliegerverkehr zu erdulden habe, gebe es dort in der Dorfmitte einen Fußgängerüberweg. Im benachbarten Burgberg sei auf der Kreisstraße 5719 im Bereich der Ortsmitte immerhin eine 30er-Zone eingerichtet, wusste Schmieder.
Dies hatte Ratskollege Fred Zehnder in der Sitzung im Oktober angeregt und Bürgermeister Ziegler hatte dies an das Landratsamt herangetragen. Eine Stellungnahme habe es dazu noch nicht gegeben. Vereinbart worden sei lediglich, sich noch einmal zu einer Verkehrsschau im zeitigen Frühjahr zu treffen, wie Ziegler auf Anfrage dieser Zeitung verriet. Dass in der Schramberger Straße wie auch in der Mariazeller Straße und insbesondere im Bereich "Hochberg" oftmals viel schneller als die erlaubten 50 Stundenkilometer gefahren werde, bewiesen regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen, betonte der Bürgermeister.