
Von Lothar Herzog Eschbronn-Mariazell. Die Pfarrgasse in Mariazell wird wohl so schnell nicht ausgebaut. Für die Gemeinderäte besteht die Dringlichkeit nicht, weil die Kommune noch wesentlich schlechtere Straßen hat, die saniert werden sollten.Nachdem der Gemeinderat bereits im Jahre 2001 ein Planungsbüro mit der Ausarbeitung eines Gestaltungsentwurfs mit Varianten für den Bereich "Pfarrgasse mit Rathausplatz" beauftragt hatte und im Jahre 2008 eine Planungsrate in Höhe von 10 000 Euro im Haushalt finanziert wurde, hatte Bürgermeister Walter Ziegler das Thema auf die Tagesordnung der Sitzung am Dienstag gesetzt, mit der Hoffnung, durch Vorschläge und Anregungen aus dem Ratsgremium in dieser Angelegenheit ein Stück voranzukommen.
Den Beratungsverlauf dürfte er sich allerdings so nicht vorgestellt haben. Gemeinderat Wolfgang Auber kritisierte gleich zu Beginn: "Wenn ich die Planungsunterlagen zur Sitzung sehe, dann frage ich mich, was der Planer da schon will. Die Vorschläge, die wir machen sollen, gehören zuerst in einer nichtöffentlichen Sitzung diskutiert."
Das Argument des Bürgermeisters, "wenn man nicht beginnt, kommt man auch nicht zu einem Ziel", wollte Wolfgang Auber nicht gelten lassen.
Es werde heute Abend, so Ziegler weiter, weder eine Planung zementiert noch etwas beschlossen. Man brauche aber eine Konzeption für das weitere Vorgehen. Rat Jochen Auber störte sich daran, weil es überhaupt keine Anhaltspunkte gebe, in welchem Zustand sich das Kanalnetz befinde.
Laut Beratungsvorlage falle in der Pfarrgasse zudem die Erneuerung der Wasserleitung und der Straßenbeleuchtung an. Das deute klar auf einen Vollausbau hin. In der Gemeinde gebe es aber einige Straßen, die einen wesentlich schlechteren Belag hätten. Da sehe er die Pfarrgasse nicht an erster Stelle.
Das Geld, das 2008 in den Haushalt eingestellt worden sei, könne für etwas Notwendigeres ausgegeben werden, unterstrich Jochen Auber.
Ratskollege Manfred Schmieder bemängelte ebenfalls fehlende Unterlagen. Es müsse aber über das Thema geredet werden. Für ihn stelle sich die Frage, ob durch den Ausbau eine Beitragspflicht für die Anwohner entstehe. Vorrang habe jedoch die Straße "Im Angel". Und dies sage er so lange, bis dort der Feinbelag aufgebracht worden sei, bekräftige Schmieder.
Bauhofleiter Nikolaus Burri wog ab. Das Ziel sei gewesen, einen ungefähren Kostenrahmen zu bekommen und danach die Zuschussmöglichkeiten abzufragen, so Burri.
Ganz umsonst war Planer Wilfried Baiker dann doch nicht in die Sitzung gekommen. Ihm wurde die Gelegenheit gegeben, einen ersten Vorentwurf vorzustellen. Dieser sieht eine Verbreiterung der Pfarrgasse auf 5,50 Meter, die Anlegung von weiteren Parkplätzen, die Umwandlung des Grünstreifens in einen Schotterrasen und die Einfassung mit Randsteinen vor.