Eschbronn-Mariazell - Quo vadis Gemeinde Eschbronn? Nach Dunningen, Schramberg oder gar "uffs Hardt"? Sechs Jahre nach der Eingemeindung von Tennenbronn nach Schramberg kommt wieder Bewegung in dieses Thema.

Die Zukunft von Eschbronn will der Gemeinderat jedoch den Bürgern überlassen. Allerdings nicht in Form eines Bürgerentscheids, dafür ist die Zeit zu knapp.

Aus diesem Grund entschied sich das Ratsgremium in der Sitzung am Dienstag einstimmig für Mittwoch, 28. November, eine Bürgerversammlung einzuberufen. In dieser soll ein Meinungsbild abgefragt werden, wie es mit der Gemeinde weitergehen soll. Wie Bürgermeister Walter E. Ziegler in der Sitzung erklärte, laufe seine dritte Amtszeit zum 31. Mai 2013 aus. In nichtöffentlicher Sitzung habe er den Gemeinderat bereits im September dieses Jahres über seinen Entschluss, nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren, informiert, so Ziegler.

Gemeinderat Manfred Schmieder betonte, in so einer Situation sei der Gemeinderat gehalten, alle Möglichkeiten in Betracht zu ziehen. Auch die Eigenständigkeit der Gemeinde müsse in Frage gestellt werden.

Darüber sollte seiner Meinung nach jedoch nicht der Gemeinderat abstimmen, sondern gemäß des Demokratiegrund- gedanken "alle Macht dem Volke" der Bürger das Wort haben, ob Eschbronn selbstständig bleiben oder mit einer anderen Kommune zusammen gehen soll, erklärte Schmieder.

Ratskollege Jochen Auber fügte hinzu, es mache jetzt wenig Sinn, darüber nachzudenken, was aus den einst zwei selbstständigen Gemeinden geworden wäre, wenn sie sich vor 40 Jahren nicht zusammengeschlossen hätten. Eine Bürgerversammlung sei eine gute Gelegenheit, den Wissenstand aufzufrischen und den Bürgern darzustellen, wo die Gemeinde derzeit stehe. Es wäre auch eine Chance, dass sich Gemeinderat und Bürgerschaft wieder näherkämen, sagte Auber.

Für Gemeinderat Erwin Ebert hat sich Eschbronn trotz bescheidener finanzieller Mittel in den vergangenen 20 Jahren gut entwickelt. Mit einer geringen Verschuldung von 526 Euro je Einwohner könne sie gut überleben. Und zwar mit einem Nachfolger für Bürgermeister Ziegler.

Bei einer Bürgerversammlung werde man auch kein ­exaktes Stimmungsbild bekommen, zeigte sich Ebert überzeugt. Allerdings müsste die Stelle für das Amt des Bürgermeisters schon im Dezember ausgeschrieben werden, räumte Ebert den Zeitdruck ein. Schmieder konterte, bei den Schulden und den Straßen sei die Kommune kaum vorangekommen. Unbestritten sei, dass sie mit der Mühlbachhalle eine schöne Sportstätte habe. Aber könne die Infrastruktur weiterhin doppelt vorgehalten werden? Auch diese Entscheidung sollte den Bürgern überlassen werden, so Schmieder.

Amtskollege Wolfgang Auber gab zu, ihm wäre eine sicherere Abstimmung in Form eines Bürgerentscheids lieber gewesen. Bei der Einladung zur Bürgerversammlung müsse klar hervorgehen, welches Ergebnis da herauskommen könne und welchen Wert es habe. Auch bat Auber darum, neutrale Redner vom Landratsamt einzuladen.